Vierter Platz könnte schon reichen

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01. Oktober 2009, 11:33 Uhr

Suzuka | Die Formel-1-Rennen auf dem Hockenheimring sind gerettet, nun könnte Suzuka zum nächsten Ort der Entscheidungen werden: Jenson Button greift nach der WM-Krone, Ferrari nach Topverdiener Fernando Alonso und Timo Glock nach einem neuen Vertrag. Während die Verantwortlichen in Hockenheim gestern zur Freude der deutschen Motorsportfans verkündeten, dass die Königsklasse bis 2018 auf dem nordbadischen Kurs ihre Runden drehen wird, will Sebastian Vettel im fernen Japan das Ende im Titelrennen 2009 aber noch einmal verschieben. "Wir gehen voll auf Attacke: Erst die Pole Position, dann den Rennsieg", sagte der Heppenheimer vor dem Groen Preis am Sonntag (7 Uhr/RTL).

Der Hesse ist im fast aussichtslosen WM-Kampf allerdings auch auf ein Malheur von Spitzenreiter Button angewiesen. Der Brite könnte selbst bei einem Vettel-Sieg vorzeitig Weltmeister werden, wenn er fünf Punkte mehr einfährt als der WM-Zweite Rubens Barrichello. Allerdings: "Ich werde kein unnötiges Risiko eingehen", kündigte Button an.

Unterdessen dürfte sich vor allem auch Vettel über die Rettung der Formel 1 auf dem Hockenheimring freuen. Wie die Verantwortlichen gestern bekanntgaben, werden sich die Formula One Association

und die Hockenheimring GmbH die "unternehmerischen Chancen und Risiken" der Veranstaltung teilen. Wie vorgesehen wird damit im kommenden Jahr der Groe Preis von Deutschland auf dem nordbadischen Kurs ausgetragen. Der Hockenheimring wechselt sich jährlich aus finanziellen Gründen mit dem Nürburgring ab.

Abseits der Strecken blicken derweil alle auf Ferrari. Der Wechsel des zweimaligen Formel-1-Weltmeisters Fernando Alonso von Renault zu Ferrari ist perfekt. Der italienische Rennstall gab gestern auf seiner Internetseite bekannt, dass der Spanier bei der Scuderia einen Dreijahresvertrag mit einem Jahreshonorar von

25 Millionen Euro erhält. Der

28-Jährige löst bei Ferrari den Finnen Kimi Räikkönen ab und wird Teamkollege des Brasilianers Felipe Massa. Der "Iceman" fährt indes künftig anstelle seines Landsmanns Heikki Kovalainen wohl wieder für McLaren-Mercedes.

Das Fahrerkarussell käme damit nach langem Stillstand so richtig in Schwung, und deutsche Piloten drehen kräftig mit. Neben Williams-Mann Nico Rosberg, der Medienberichten zufolge sogar mit BrawnGP-Pilot Rubens Barrichello das Cockpit tauschen könnte, vor allem auch Timo Glock. Mit dem zweiten Platz in Singapur sammelte er zuletzt Argumente für eine Weiterbeschäftigung beim Wackelkandidaten Toyota, weitere Eigenwerbung will er diesem Sonntag folgen lassen.

Eine Mega-Party bahnt sich sehr wahrscheinlich für Button an. Der Engländer kann sich bei der Jagd nach der WM-Krone wohl nur noch selbst ausbremsen. Vor den drei letzten Saisonrennen geht es für den 29-Jährigen längst nicht mehr ums Gewinnen der Grand Prix, sondern darum, den fast sicheren Titel nicht mehr zu verlieren. "Ich werde so fahren wie immer, das wird hoffentlich reichen", sagte Button - seit seinem Erfolg in der Türkei Anfang Juni hat er kein Rennen mehr für sich entschieden. Zuverlässig sammelte er aber auch an schlechteren Tagen seine Punkte und liegt deshalb mit 84 Zählern in der Gesamtwertung 25 Punkte vor dem unbeständigen Red-Bull-Piloten Vettel und 15 vor Barrichello.

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