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Elmshorner Nachrichten

12. Dezember 2017 | 15:41 Uhr

Elmshorn : Viele Kapitäne am Beckenrand

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Das Kind im Manne ausleben: Mehr als 400 Besucher beim Neujahrsschippern des Schiffsmodellbauclubs (SMC) im Badepark.

von
erstellt am 14.Jan.2014 | 12:00 Uhr

Holger Ketschau aus Groß Nordende kann die Motivation für sein Hobby klar benennen: „Spieltrieb“. Das „Kind im Mann“ freut sich halt, wenn das Modellschiff durchs Wasser pflügt und sich die Bugwelle am Steven hoch aufbaut. Und beide zusammen, Kind und Mann, finden am Modell immer Details, die sich verbessern lassen: „Eigentlich hört man nie auf“, sagt Ketschau über das Basteln an seiner „Mærsk Pacer“, den Nachbau eines Bohrinselversorgers. Sogar Rost hat er aufs Deck gemalt.

Ketschau und an die 50 weitere Modellbauer waren am Sonntag nach Elmshorn zum Neujahrsschippern gekommen. Das richtete zum vierten Mal der Schiffsmodellbauclub (SMC) Elmshorn aus. Als Gäste waren Modellbauer aus Hamburg, Neumünster und der Lübecker Gegend gekommen. „Kontakte pflegen, Testen nach dem Bauen in der Winterzeit“ nannte SMC-Chef Volker Engler als die wichtigsten Themen.

Nach seiner Schätzung waren mehr als 400 Besucher vor allem zum Gucken in die Traglufthalle gekommen. „Dass man selbst steuern kann“, das begeisterte den zwölfjährigen Tom Schimansky aus Elmshorn am Kinderbecken. Dort hatte der SMC eine Kinderflotte zu Wasser gelassen: sechs Modellschiffe, die von Kindern ferngesteuert wurden. Jeder durfte ran, zehn Minuten kosteten einen Euro.

Im großen Becken zogen Schlepper, Frachter, Lotsenschiffe, Raddampfer, Jachten und viele andere Modelle ihre Bahnen. Mit knapp zwei Metern Länge war Christel, Nachbau eines Küstenmotorschiffs (KüMo)Mos aus den 1950er-Jahren, eins der größten. Durch die Drehtür passte es nicht, Besitzer Karl-Heinz aus Bordesholm musste den Notausgang benutzen. Baupläne und Beschreibung fand er „zufällig“ in einem Bastelladen, erzählte er, 42 Mark hätten die gekostet. Seit D-Mark-Zeiten arbeitet Karl-Heinz an seinem Schiff, fertig ist es immer noch nicht, Ladebaum und Winschen fehlen noch. „Ich bin keiner, der auf der Flucht ist“, so der bärtige Mann. Allein für den Schornstein seiner Christel brauchte er drei Anläufe.

„Ein Jahr Hobbystunden“ hat Uwe Heitmann in seinen Dampfer investiert. Das Vorbild, die Kyle Rhea wurde 1914 gebaut, sein Modell 99 Jahre später. Der Antrieb ist zwar elektrisch, aber dank eingebautem Sound-Modul klingt das Modell wie ein Dampfer. Der Klang richtet sich sogar nach der abgeforderten Leistung, und auch tuten kann das schwarze Schiff. Dass aus dem Schornstein auch Dampf aufsteigt, kommt in der schwülen Luft in der Traglufthalle nicht so recht zur Geltung. Egal: „Klönen, schnacken, fahren – alles“ macht Heitmann Spaß an seinem Hobby.

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