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Generationenpark Elmshorn : Viel Interesse am Wohn-Projekt

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Ab April ziehen die ersten Bewohner in den Generationenpark Elmshorn ein. 17 junge Erwachsene mit Behinderung wohnen im Kernhaus.

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erstellt am 03.Mär.2015 | 14:00 Uhr

Elmshorn | Neele freut sich darauf, nach ihrem Umzug endlich „schalten und walten zu können“, wie sie will. Die junge Frau, die im Rollstuhl sitzt, wird im September in das Kernhaus im Generationenwohnpark „Henry-Dunant-Ring“ ziehen. In dem Haus wird die Pflege SH rund um die Uhr die Versorgung der pflegebedürftigen Bewohner übernehmen.

Bisher wohnt Neele in einem Wohnheim für Behinderte mit festen Dusch- und Essenszeiten. Im Quartier wird sie hingegen dank des Versorgungsangebots so eigenständig wie möglich leben können. Neele ist Mitglied im Verein Selbstbestimmtes Wohnen am Sandberg. Von den 80 Mitgliedern werden 30 in den neuen Wohnpark ziehen: Behinderte, nicht behinderte – junge und alte Menschen. Im Kernhaus werden 17 junge Erwachsene mit Pflegebedarf wohnen. „Sie werden einen Schritt ins normale Leben wagen“, sagt Beate Krupski, Vorsitzende des Vereins. Die Eltern seien glücklich, diese für Schleswig-Holstein einmalige Wohnform nun in Elmshorn gefunden zu haben.

Das Generationen-Wohnprojekt ist eine Kooperation vom Wohnungsunternehmen Semmelhaack, der Pflege SH und dem Verein für selbstbestimmtes Wohnen am Sandberg. Das Projekt würde bereits auf Landesebene wahrgenommen werden. „Die Quartiersbildung mit einem Kümmerer öffnet uns überall die Türen“, so Hartmut Thede, Projektleiter des Quartiers vom Wohnungsunternehmen Semmelhaack. Es gebe zunehmend mehr Interesse an dem Projekt. „Die Koordinationsstelle für alternative Wohnformen hat uns eingeladen“, so Thede.

In das Kernhaus werden überwiegend Jugendliche aus dem nördlichen Kreis Pinneberg einziehen. „Es hat sich sogar eine Mutter aus Berlin gemeldet, die ihre Kinder hier unterbringen wollte“, sagt Krupski. Sie hofft, dass das Konzept Schule macht. Außer den 36 Wohnungen im Kernhaus werden in dem Mehrgenerationen-Quartier 171 Wohneinheiten angeboten. Seit drei Wochen werden die Wohnungen vergeben. 125 sind bereits weg. „Das habe ich so noch nicht erlebt, es geht den Leuten nicht um den Standort, sondern um das Konzept“, sagt Thede.

207 Wohneinheiten für Menschen mit und ohne Pflege- und Betreuungsbedarf werden im Hedwig-Kreutzfeld-Weg gebaut. (Foto: Reimer Wulf)
207 Wohneinheiten für Menschen mit und ohne Pflege- und Betreuungsbedarf werden im Hedwig-Kreutzfeld-Weg gebaut. (Foto: Reimer Wulf)
 

Die inklusive Wohnanlage ist barrierearm, die Wohnungen schwellenfrei. „Für Menschen ohne Hilfebedarf ist es wichtig, dass sie perspektivisch die Wohnung nicht aufgeben müssen, wenn sie doch einmal Hilfe brauchen“, so Thomas Bock, Pflege SH.

Die ersten Wohnungen werden im April bezogen. Der Einzug von Neele und ihren direkten Nachbarn steht im September an. Sie haben sich bereits in den vergangenen zweieinhalb Jahren bei verschiedenen Veranstaltungen kennengelernt. „Wir versprechen uns Sozialkontakte unter den Bewohnern – dass nicht immer der Pflegedienst gerufen werden muss, sondern dass auch mal gefragt wird, ob eben beim Strümpfe anziehen geholfen werden kann“, sagt Krupski. Auch Neele freut sich auf ihr neues Umfeld. „Im Wohnheim sind viele, die sind deutlich schwerer behindert, mit denen habe ich kaum Themen. Hier werde ich mehr Gleichgesinnte finden“, sagt sie. Damit alle Bewohner des Quartiers in Kontakt kommen, wird ein Nachbarschaftscafé im Kernhaus eingerichtet.

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