Neujahrsempfang der SPD : Viel Arbeit im Wahljahr 2018 in Elmshorn

Dicht gedrängt standen die Besucher des Empfangs an den Tischen im Erdgeschoss des Industriemuseums.
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Dicht gedrängt standen die Besucher des Empfangs an den Tischen im Erdgeschoss des Industriemuseums.

150 Besucher beim Neujahrsempfang der SPD im Industriemuseum. Bürgermeister Volker Hatje gibt Ausblick.

shz.de von
15. Januar 2018, 13:00 Uhr

Elmshorn | Der Empfang der SPD im Industriemuseum, er ist traditionell das erste gesellschaftliche Highlight im Elmshorner Veranstaltungsjahr. Mehr als 150 Besucher aus Politik und Verwaltung, von Vereinen und Verbänden waren am Sonntagvormittag gekommen. Gastredner war in diesem Jahr Andreas Dressel, Vorsitzender der SPD-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft. Seine Botschaft: Hamburg und das Umland müssen zusammenstehen, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern.

Wichtige Entscheidungen

Zum ersten Mal begrüßte die neue Elmshorner SPD-Chefin Beate Raudies die Gäste. 2018, so die Landtagsabgeordnete, sei ein Jahr wichtiger Entscheidungen, nicht nur auf Bundesebene. Am 6. Mai stünden die Kommunalwahlen an. Raudies erinnerte in ihrer Ansprache auch an Historisches im Zusammenhang mit dem neuen Jahr: Vor genau hundert Jahren endete der Erste Weltkrieg, seit 1918 haben Frauen in Deutschland Wahlrecht und die 68er-Bewegung in der Bundesrepublik sorgte vor 50 Jahren für gravierende Umwälzungen. Beate Raudies. „Wir dürfen nicht nachlassen und gerade heute besonders für die Errungenschaften der Demokratie kämpfen“.

Der Elmshorner Bürgermeister Volker Hatje gehört zwar keiner Partei an, doch beim SPD-Neujahrsempfang in seiner Stadt ist er dennoch Stammgast. Viele Besucher waren besonders gespannt auf seinen Beitrag. Vor dem Ausblick auf das Jahr 2018 stand ein Lob in eigener Sache und ein kleiner Rückblick auf 2017. Die Stadt habe es geschafft ein Plus zu erwirtschaften, so Hatje. Defizite könnten ausgeglichen werden. Der Bürgermeister dankte Verwaltung und Politik für die gute Zusammenarbeit.

Supernormal

Hatje erinnerte daran, dass die Einführung der Stadtmarke „Elmshorn supernormal“ Anfang 2017 für viel Diskussionsstoff gesorgt hatte. Hatje: „Die Elmshorner haben lebhaft diskutiert und ihre Meinung gesagt, die Stadtmarke war und ist im Gespräch“. Nicht nur deshalb ist der Bürgermeister stolz auf die Elmshorner. „Die Reaktionen aus der Bevölkerung nach der rechten Hetze im Internet gegen den Lichtermarkt hat gezeigt, dass die Bürger zusammenstehen, wenn es darauf ankommt“. Er habe persönlich viel Unterstützung erfahren. Rund 1500 Elmshorner waren am 6. Dezember bei der von den Elmshorner Nachrichten organisierten Kundgebung „Elmshorn leuchtet für Toleranz“ auf dem Buttermarkt dabei.

Auch im neuen Jahr, so Volker Hatje, sei der Stadtumbau im Bereich Krückau/Vormstegen das zentrale Thema. Die Kanalarbeiten hätten bereits begonnen. „Beim Bau des Hauses der Technik am Hafen kommen wir endlich aus der Erde, darauf haben viele gewartet“, sagte der Bürgermeister.

Weitere Punkte, die der Verwaltungs-Chef auf seiner Liste für 2018 hat: Die Planungen für den Bau des neuen Rathauses (Siegerentwurf steht fest), die künftige Nutzung des Markthalle (Entscheidung am 18. Januar) der Abriss der Kremerhallen auf Vormstegen für den Stadtumbau, der Umzug der Post in das ehemalige C & A-Gebäude an der Schulstraße und der Umbau des Hallenbades, das seit Jahren geschlossen ist. Der Bürgermeister hofft auch „endlich“ auf einen Durchbruch bei den Planungen zur Umgestaltung des Bahnhofs.

Verkehrssituation

Hatjes Ausblick zur Verkehrssituation in der Stadt: „Was ich jetzt schon sagen kann, ist, dass es in der Stadt auch 2018 Behinderungen geben wird, unter anderem an der Hamburger Straße“. In den nächsten fünf bis sechs Jahren sollen alle Bundesstraßen im Stadtgebiet saniert werden. Dafür gibt es vom Bund bis zu 90 Prozent Förderung. Volker Hatje: „Diese Chance müssen wird nutzen“.

Gastredner des diesjährigen SPD-Neujahrsempfangs in Elmshorn war Andreas Dressel, Vorsitzender der SPD-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft. Er bekräftigte die enge Zusammenarbeit zwischen Hamburg und dem Umland. Dressel: „Das ist eine Voraussetzung, um die Herausforderungen der Zukunft im gemeinsamen Lebensumfeld zu meistern“. Eine Ziel sei dabei die Schaffung bezahlbaren Wohnraums. In diesem Zusammenhang lobte Dressel besonders das neue Kibek-Quartier in Elmshorn.

Wichtig sei auch Chancengleichheit im Bildungswesen, so der Hamburger weiter: „Wir müssen endlich Schluss machen mit der Lebenslüge, dass Deutschland kein Einwanderungsland sei. Wir sind ein Einwanderungsland“. Fachkräfte aus dem Ausland würden gebraucht und die Gesellschaft müsse lernen, mit dem Flüchtlingsproblem gut zurecht zu kommen. Mit Blick auf die „Groko“-Verhandlungen sagte Dressel: „Es gibt noch viel zu diskutieren, doch das Ergebnis der Sondierung ist eine gute Grundlage“. Kompromisse seien ein grundlegender Wert der Demokratie.

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