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Elmshorner Nachrichten

17. Dezember 2017 | 11:50 Uhr

Elmshorn : Videokameras schrecken Diebe ab

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Weniger Fahrraddiebstähle am Holstenplatz. Kriminelle schlagen stattdessen in der Mühlenstraße zu. Dort gibt es auch mehr Gewalt.

shz.de von
erstellt am 21.Apr.2016 | 10:00 Uhr

Elmshorn | „Das ist doch nichts, oder?“ Na ja, es sind 30 gestohlene Fahrräder, das ist schon etwas. Aber der stolze Ausruf von Thorsten Buchwitz, dem Leiter des Elmshorner Polizeireviers, hat trotzdem seine Berechtigung. Denn die 30 Fahrräder wurden im vergangenen Jahr vom Holstenplatz gestohlen, und der ist eigentlich als lohnenswertes Revier für Fahrraddiebe berüchtigt, von dem normalerweise viel mehr Räder verschwinden. Aber seit Herbst 2014 wird der Holstenplatz mit Videokameras überwacht, das hat offenbar viele Diebe abgeschreckt. Auf der anderen Seite des Bahnhofs, wo keine Kameras hängen, in der Mühlenstraße wurden mehr als drei Mal so viele Räder gestohlen, exakt 101.

„Der Täter ist nicht doof, er sucht sich einen Bereich ohne Videoschutz“, resümierte Thorsten Buchwitz vor dem Polizeibeirat, einem Untergremium des städtischen Hauptausschusses. Buchwitz nennt die installierten Kameras „Videoschutz“, um deutlich zu machen, dass sie zur Vorbeugung aufgehängt wurden: „Das Ziel ist die Gefahrenabwehr.“ Darum erscheinen die Bilder der sechs Kameras auf dem Revier auch nur verpixelt, niemand ist auf den Filmen zu erkennen. Aber wenn jemand einen Bolzenschneider aus dem Mantel holt oder auf jemand anderen einschlägt, sehen das die Beamten live und können reagieren.

Trotzdem war das Bahnhofsviertel 2015 mit 402 Straftaten, genau so vielen wie 2014, der kriminellste Stadtteil Elmshorns. Die Zahl der Gewaltdelikte in der Gegend hat sogar zugenommen, von 52 auf 69. Die meisten dieser Vorfälle – Raub und Körperverletzungen – ereigneten sich allerdings auf der Mühlenstraßenseite, dort, wo keine Kameras hängen. Die Kriminalität verlagert sich; zum Beispiel auch in den Steindammpark.

Buchwitz’ Fazit: Wo die Kameras hingucken, passiert erheblich weniger. Wo nicht überwacht wird, steigt die Zahl der Straftaten. „Der Videoschutz hilft“, sagte der Revierleiter. Er dachte am Dienstag schon weiter: Buchwitz schlug vor, zwei zusätzliche Kameras zu installieren oder die bestehenden zu versetzen. Die Entscheidung darüber müsste die Stadt treffen, sie finanziert die Videoüberwachung.

Dass die Filme auch bei der Aufklärung von Straftaten helfen, ist eigentlich nur ein Nebeneffekt. Aber den nehmen die Polizisten natürlich gern an: Bei 23 „Straftaten von erheblicher Bedeutung“, so die offizielle Bezeichnung, holten sich die Beamten Hinweise aus den Filmen. Für solche Zwecke werden die Aufnahmen entpixelt, dann sind die Bilder scharf und Gesichter erkennbar. Unter anderem bei einer versuchten Tötung und bei einer Vergewaltigung lieferten die Videobilder wichtige Hinweise auf die Täter.

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