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Austrittswelle im Kirchenkreis Rantzau-Münsterdorf: : Verliert Elmshorn den Glauben?

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

In den ersten Monaten haben mehr als doppelt so viele Menschen wie im Vorjahr die Kirche verlassen. Auch in Elmshorn sind die Zahlen alarmierend. Als Hauptgrund sieht der Propst die aktuelle Diskussion um die Kirchensteuer.

Die Zahlen für die Kirche sind alarmierend. Immer mehr Menschen im Kirchenkreis Rantzau-Münsterdorf bekennen sich nicht mehr zum evangelischen Glauben. Derzeit herrscht nicht nur in Elmshorn eine regelrechte Austrittswelle. Im gesamten Kirchenkreis sind in den ersten sieben Monaten dieses Jahres mehr als doppelt so viele Menschen aus der Kirche ausgetreten wie im selben Zeitraum des Vorjahres. Die Zahlen seien laut Propst Thomas Bergemann alarmierend, jedoch nicht beängstigend.

Die Austrittswelle stehe in Zusammenhang mit den Mitteilungen der Banken zur Kirchensteuer auf Kapitalerträge. Ab 2015 sind diese verpflichtet, Kirchensteuer von den abgeltend besteuerten Kapitalerträgen ihrer Kunden einzubehalten und weiterzuleiten. „Eigentlich hat sich gar nichts geändert. Früher musste die Abgabe auch geleistet werden“, sagt Bergemann im Gespräch mit unserer Zeitung. Die öffentliche Diskussion habe bei den Menschen jedoch für Verunsicherung gesorgt. „Wir als Kirche hätten das Steuer-Thema aktiv kommunizieren müssen, da gab es landesweit ein Defizit“, so der Propst selbstkritisch. Die Kirche habe es versäumt, aufzuklären und um Verständnis zu bitten. Schließlich betreffe es die meisten Menschen mit kleinen Ersparnissen nicht oder kaum.

Von Januar bis Ende Juli traten im Kirchenkreis in diesem Jahr bereits 857 Menschen aus. Im selben Zeitraum des Vorjahres waren es lediglich 405. Die Gesamtzahl der Austritte dürfte damit in diesem Jahr deutlich über dem Wert von 2013 liegen. Im Vorjahr waren 1047 Gemeindeglieder ausgetreten. Sterbefälle und andere Abgänge, etwa durch Umzüge, sind in diesen Zahlen nicht enthalten. Die Austritte machen angesichts von etwa 102.000 Gemeindegliedern im Kirchenkreis zwar nur einen geringen Prozentsatz aus. Doch die Zahlen sind seit Jahren rückläufig. Die Kirche müsse umdenken, um Erfolg zu haben, fordert der Propst.

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erstellt am 25.Okt.2014 | 16:00 Uhr

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