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Ein Problem – noch ohne Lösung : Verkehrschaos vor der Friedrich-Ebert-Schule in Elmshorn

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Lehrer und Eltern hoffen auf die Hilfe der Stadt. Jetzt wollen die Fraktionen über das Thema beraten.

shz.de von
erstellt am 16.Mär.2016 | 12:10 Uhr

Elmshorn | Lehrer und Eltern der Friedrich-Ebert-Schule (FES) wissen nicht mehr weiter: Alle Appelle und Bitten hätten nicht gefruchtet. Nach wie herrsche, vor allem morgens,gefährliches Verkehrschaos vor der Schule, weil viele Eltern ihre Kinder mit dem Auto bringen und dabei andere Schüler der Grundschule gefährden würden.

Das Eltern und Lehrer keineswegs übertreiben, konnte die Stadtverwaltung mit Fotos belegen. Selbst die Tatsache, dass bis auf einige Ausnahmen verboten ist, morgens bis zum Nebeneingang der Schule in die Turnstraße zu fahren, hält viele Eltern nicht ab, das zu tun. „Es halten sich nur wenige an das Gebot“, hatte die Verwaltung in ihrer Stellungnahme beklagt. „Die Gesamtsituation ist nicht sehr befriedigend“, stellte auch Elmshorns Verkehrsplanerin Ellen Unger fest.

Der Vorschlag der Verwaltung, um das Problem zu lösen: Den motorisierten Verkehr ganz aus dem betreffenden Teil der Turnstraße herausnehmen und eine als Einbahnstraße beschilderte Umfahrt der Schule schaffen, an deren Rand Flächen zum Bringen und Holen der Kinder eingerichtet werden sollen. Zusätzlich könnte für den Anlieferverkehr eine Zufahrt zum nördlichen Schulgebäude gebaut werden. Das Problem: Die Kosten wurden mit rund 150.000 Euro veranschlagt.

„Das ist ein Haufen Holz“, befand Jürgen Heesch (SPD). Sven Herrmann von den Grünen bezweifelte ebenfalls „dass diese Lösung für vernünftige Abläufe sorgt“. Und Edgar Konetzny, Vater von drei Kindern, vertrat die Ansicht, die Kinder müssten nicht direkt vor die Schule gefahren werden, könnten auch mal ein Stück laufen. Dieser Meinung waren zwar auch Eltern und Lehrer. Doch die Wirklichkeit sehe anders aus. „Die versperren mir sogar die Grundstücksausfahrt. Und wenn ich etwas sage, bekomme ich regelmäßig eine dumme Antwort“, so ein Anwohner. „Die fahren fast bis auf den Schulhof“, ergänzte eine Mutter. „Wir reden seit Jahren mit den Eltern, aber es hilft nichts. Wir können nichts mehr machen“, sagte eine Lehrerin. „Wir wollen doch nur, dass unsere Kinder sicher zur Schule kommen“, so eine weitere Mutter. Denn besonders gefährdet sind die Kinder, die zu Fuß oder per Fahrrad kommen.

Die Vorschläge aus den Reihen der Mitglieder des Ausschusses für Kommunale Dienstleister brachten keine Lösung: Das Parken auf dem Gelände des Schützenvereins wird von diesem abgelehnt. „Da gibt es keine Bereitschaft. Die Schranke war ja nicht von Anfang an da“, erläuterte Petra Langefeld, Leiterin des Flächenmanagements. Ein Einsatz der städtischen Politessen nützt nichts, denn „das ist kein ruhender Verkehr und deshalb ist die Polizei zuständig“, erläuterte Bürgermeister Volker Hatje. Seine Idee, die Straße außer für Anwohner komplett zu sperren. Doch „das ist nicht ohne Weiteres erlaubt“, so Langefeld.

Von der Einrichtung der Jahnstraße als Einbahnstraße, wie vom FBS-Schulbeirat angeregt, hält die Verwaltung nichts, da das „erfahrungsgemäß zu höheren Geschwindigkeiten“ führe. Der Vorschlag, die Busse nicht mehr durch die Jahnstraße fahren zu lassen, stieß auf Kritik des Sozialdemokraten Kai-Olaf von Wolff. Damit würden diejenigen bestraft, die sich eigentlich richtig verhielten und nicht mit dem Pkw zur Schule kämen.

Dass die chaotische Situation vor der Friedrich-Ebert-Schule kein Einzelfall ist, belegte Langefeld mit Fotos von der Umgebung der Grundschule Kaltenweide. Obwohl es im Moordamm ausreichend Parkplätze gebe und die Eltern darauf auch hingewiesen worden seien, parkten „fast alle dort, wo sie nicht sollen“. Heesch berichtete vom morgendlichen Stau auf dem Ramskamp, weil Eltern ihren Nachwuchs per Auto in der Leibnizschule ablieferten. Auch da gebe es eine Umfahrung der Schule wie von der Verwaltung für die FES vorgeschlagen. „Ich weiß, dass das kein Allheilmittel ist. Das Problem ist das Verhalten der Eltern“, räumte auch Langefeld ein. Das Thema soll nun in den Fraktionen weiter beraten werden.

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