Elmshorn : Verjüngungskur für den Schulwald

Löcher graben, einpflanzen und bewässern: Die Biologie-Lehrerinnen Anke Plickat (von links), Inga Tams-Gericke und Kirsten Maue mit den Schülerinnen Noah Witte, Sophia Maack, Hannah May und Lawadee Somchanmavong packten kräftig mit an.
Löcher graben, einpflanzen und bewässern: Die Biologie-Lehrerinnen Anke Plickat (von links), Inga Tams-Gericke und Kirsten Maue mit den Schülerinnen Noah Witte, Sophia Maack, Hannah May und Lawadee Somchanmavong packten kräftig mit an.

Schüler und Biologie-Lehrer der Erich Kästner Gemeinschaftsschule pflanzen mehr als 200 Bäume und Sträucher.

shz.de von
26. Mai 2015, 11:26 Uhr

Wie sieht eine Blüte aus und welche Blattformen gibt es? Solche und weitere Fragen, die während des Biologieunterrichts an der Erich Kästner Gemeinschaftsschule auftauchen, beantworten die Lehrer ihren Schülern häufig am praktischen Beispiel. Dafür geht es in den nahegelegenen Schulwald, der auf rund zwei Hektar Fläche zahlreichen Bäumen und Pflanzen Platz bietet − aber auch noch Lücken aufweist. Gestern haben Lehrer und Schüler deswegen mehr als 200 Bäume und Sträucher gepflanzt.

Ausgestattet mit Spaten, Schaufeln und Gießkannen machten sich gestern Mittag mehr als 100 Schüler in den Schulwald auf. Eingeteilt in Gruppen kümmerten sich die Sechst- bis Zwölfklässler zunächst darum, den Boden von Ästen und Zweigen zu befreien. Anschließend ging es ans Pflanzen − unter der Leitung der Biologie-Lehrer, die mit ihren Schülern im Unterricht das Vorgehen besprochen hatten.

Kirsche, Wildapfel, Pfaffenhut, Linde, Hainbuche, Lerche, Holunder und Hagebutte − die Liste der eingepflanzten Bäume und Sträucher ist lang. Bei deren Auswahl spielte für die Biologie-Lehrer der ökologische Aspekt eine zentrale Rolle. So sollten möglichst viele blühende Sträucher gepflanzt werden. Zudem seien alle Exemplare fruchttragend, erläutert Lehrerin Kirsten Maue. Das sei vor allem für Bienen und Vögel wichtig.

Wo heute meterhohe Bäume in die Luft ragen, war Mitte der 1980er-Jahre nur eine Wiese zu sehen. Der damalige Schulleiter der heutigen Erich Kästner Gemeinschaftsschule, Rolf Malzahn, hatte die Idee für einen Schulwald, die 1986 mit den ersten 6000 Bäumen umgesetzt wurde. Ziel war, ein „grünes Klassenzimmer“ zu schaffen. Sprich: Unterricht im Freien, idealerweise direkt am Anschauungsobjekt. „Irgendwann ist das dann etwas eingeschlafen“, berichtet Biologie-Lehrerin Inga Tams-Gericke, die bereits seit 1980 an der Schule ist. Zudem habe es immer wieder Probleme mit Vandalismus und illegalem Müll gegeben. Doch grundsätzlich sei der Wald eine tolle Sache für den Unterricht, so Tams-Gericke. Das sehen auch ihre Kollegen so. „Wir machen hier unter anderem Pflanzenbestimmung und Bodenuntersuchung“, sagt Lehrerin Kirsten Maue, die ihren Schülern auch ökologische Zusammenhänge erläutert.

Als „großartige Aktion“ bezeichnete Schulleiter Andreas Weßling den Einsatz von Lehrern und Schülern. Gemeinsam hätten sie viel Schwung entwickelt, weswegen er die Hoffnung habe, dass der Schulwald in Zukunft noch stärker in den Unterricht eingebunden werden könne.

Anfang des Jahres hatten die Mitglieder der Fachschaft Biologie die Idee, den Wald zu verjüngen und mit bis dato fehlendem Strauchschnitt zu ergänzen. Unterstützung erhielten sie dabei von der Baumschule Flessau aus Halstenbek, die sämtliche Pflanzen zur Verfügung stellte.

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