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Grausiger Fund in Seester : Verhungerte Schafe am Elbdeich entdeckt

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Spaziergänger finden fünf tote Tiere. Die Polizei nimmt Ermittlungen gegen die Besitzerin aus Seester auf.

von
erstellt am 28.Jan.2016 | 12:24 Uhr

Seester | Grausiger Fund am Elbdeich: Spaziergängerinnen haben am Wochenende fünf tote Schafe in der Nähe des Krückausperrwerks in Seestermühe entdeckt. Die Tiere waren qualvoll verhungert. Ein weiteres Schaf und ein Lamm waren völlig abgemagert. Die Helfer der Wildtierstation versuchten noch, das Lamm aufzupeppeln. Die Hilfe kam zu spät. Es starb am Montag in der Station in Klein Offenseth-Sparrieshoop. Polizei und Behörden haben die Ermittlungen gegen die Besitzerin der Tiere aus Seester aufgenommen.

„Die Zustände vor Ort hatten nichts mit artgerechter Tierhaltung zu tun und sorgten bei den Kolleginnen und Kollegen und mir für Empörung“, sagte Oliver Carstens, Pressesprecher des Kreises Pinneberg, gestern. Er bestätigte, dass eine Amtstierärztin am Sonntag die Situation am Deich in Augenschein genommen habe. Sie war von der Polizei über den Vorfall informiert worden.

Bei der Kontrolle der Veterinärin am Deich gemeinsam mit der Polizei und der hinzugezogenen Besitzerin wurden die fünf toten Tiere und ein weiteres stark unterernährtes Schaf auf der Weide festgestellt. „Unter den Kadavern befanden sich auch zwei Lämmer“, so Carstens. Bei dem lebenden Tier handelte es sich nach Auskunft des Kreisveterinäramts um ein Mutterschaft, das bei seinem verendeten Lamm lag. „Daraufhin wurde unverzüglich angeordnet, den Haustierarzt hinzuzuziehen und das abgemagerte Mutterschaf aufzustallen und mit Futter und Wasser zu versorgen“, teilte der Pressesprecher mit. Dies sei am Montag bei einer Nachkontrolle überprüft worden. Neugeborene Lämmer seien bei frostigen Temperaturen sowie feuchtkalter Witterung grundsätzlich nicht ohne ausreichenden Witterungsschutz mit Einstreu auf der Weide zu halten. Zudem seien die Tierhalter verpflichtet, ihre Tiere täglich zu kontrollieren und entsprechend den Bedürfnissen zu versorgen.

Wie die Polizei bestätigte, wurde gegen die Halterin der Schafe Anzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz gestellt. Zudem wird gegen die Frau aus Seester womöglich bald ein Verbot der Tierhaltung verhängt. Das Amt Elmshorn-Land hat jedenfalls ein ordnungsrechtliches Verfahren eingeleitet. Das bestätigte Amtsdirektor Roland Reugels gestern. Mit Hinweis auf das laufende Verfahren erteilte er keine weiteren Auskünfte.

Den grausigen Fund hatten eine 44 Jahre alte Frau aus Klein Nordende und ihre 13-jährige Tochter gemacht. „Das war gruselig. Die Rippen zeichneten sich sogar trotz der dicken Wolle ab“, berichtete die schockierte Finderin, die umgehend Polizei und Wildtierstation verständigt hatte.

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