VdK: Kreis bekommt ein Pflegeproblem

Sozialverband warnt vor Notstand bei der Versorgung älterer Menschen

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06. Juni 2014, 16:30 Uhr

Der Sozialverband VdK schlägt Alarm: Die Organisation, die sich für Senioren, Behinderte, chronisch Kranke und Kriegsopfer einsetzt, warnt vor massiven Problemen bei der Versorgung von Pflegebedürftigen und Demenzkranken im Kreis Pinneberg spätestens im Jahr 2030. Die Kommunen, so der VdK, seien auf die steigende Zahl der Betroffenen nicht ausreichend vorbereitet. Jetzt sei die Politik gefragt.

Die Zahl der Pflegebedürftigen der Pflegestufen I bis III betrug 2011 im Kreis Pinneberg laut Statistischem Bundesamt 8200 Personen. Bis zum Jahr 2030, so der Vdk, könnten es 13 600 Menschen sein (Zahl aus dem Report der Bertelsmann-Stiftung). „Der Kreis und die Kommunen müssen sich dringend mit dem steigenden Anteil alter, pflegebedürftiger und demenzkranker Menschen auseinandersetzen. Die Versorgungslandschaft ist darauf nur unzureichend ausgerichtet“, sagt die VdK-Landesverbandsgeschäftsführerin Victoria Todt. Ein wichtiges Ziel der Lokalpolitik müsse sein, die Strukturen im Hinblick auf altengerechtes Leben zu stärken.

Der VdK fordert vom Kreis eine Bestandsaufnahme der Wohn- und Lebenssituation der Bürger sowie eine Klärung des Bedarfs an Wohn-, Pflege-, Versorgungs- und Dienstleistungsangeboten. Die Ergebnisse sollten in ein Gesamtkonzept einfließen. Der VdK mahnt auch den Ausbau des Angebots an Wohnraumberatungsstellen und Pflegestützpunkten an. Barrierefreies Wohnen und Leben müsse ein Ziel sein. Besonders wichtig sind nach Ansicht des VdK Kurzzeit- und Tagespflegeangebote, ambulante Pflege und betreutes Wohnen. Victoria Todt: „Kreis und Gemeinden müssen sich auf den demografischen Wandel einstellen und Lösungen entwickeln.“

„Das Thema ist bei uns präsent und bekannt“, sagt Marc Trampe, Sprecher der Kreisverwaltung. Er weist darauf hin, dass es bereits einen Pflegestützpunkt im Kreis Pinneberg gibt. Eine Arbeitsgruppe beschäftige sich zurzeit mit dem Thema integrierte Sozialplanung, so Trampe. „Dabei geht es auch um die Versorgungssituation älterer Menschen“, sagt der Kreissprecher.

Der Sozialverband VdK hat im Kreis Pinneberg insgesamt 552 Mitglieder, die alle im Elmshorner Ortsverband zusammengefasst sind. Landesweit vertritt die Organisation rund 7000 Mitglieder, bundesweit sind es zurzeit 1,7 Millionen Menschen.

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