Bewährung : Urteil in Elmshorn: Nachhilfelehrer missbraucht Zwölfjährige

Staatsanwältin Dagmar Staack sprach von „ganz schrecklichen Taten“.
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Staatsanwältin Dagmar Staack sprach von „ganz schrecklichen Taten“.

Klaus H. gesteht zwei Taten. 3500 Euro hat er an das Opfer gezahlt.

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31. März 2017, 12:00 Uhr

Elmshorn | Er sollte dem zwölf Jahre alten Mädchen Mathe beibringen. Er hat sie sexuell missbraucht. Zweimal. Auf dem Dachboden und im Wohnzimmer seines Hauses. Das Amtsgericht in Elmshorn hat Klaus H. am Donnerstag wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Ins Gefängnis muss der 64-Jährige aber nicht. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Klaus H. muss sich zudem einer Sexualtherapie unterziehen.

Richterin Renate Päschke- Jensen wertete es als strafmildernd, dass der Angeklagte ein Geständnis abgelegt hatte und dem Opfer damit eine Vernehmung ersparte. Er sei zudem nicht vorbestraft und habe schon im Vorfeld der Hauptverhandlung 3500 Euro an das Opfer gezahlt.

Staatsanwältin Dagmar Staack sprach von „ganz schrecklichen Taten“. Es sei nicht zu verstehen, wie das passieren konnte. Das Tragische: Der Vater des Opfers bat Klaus H., seiner Tochter Nachhilfe zu geben – ohne zu ahnen, was das Mädchen erleiden muss. Klaus H., der sonst älteren Schülern kostenlos bei der Vorbereitung aufs Abitur half, missbrauchte das Mädchen zum ersten Mal am 27. April 2016 auf einer Massageliege auf dem Dachboden. Der zweite Übergriff ereignete sich am 25. Mai. Diesmal im Wohnzimmer. Die Zwölfjährige vertraute sich ihren Eltern an. Die gingen zur Polizei.

Klaus H. – dreimal verheiratet und selbst Vater von zwei Töchtern – war während des Prozesses kaum in der Lage zu erklären, was eigentlich passiert ist. „Sie hatte eine Ausstrahlung. Es war ein Reiz da“, stammelte er. Er habe solche Gefühle bisher nicht gekannt. Dass sein Verhalten ihn sexuell erregt hatte, kam ihm nicht über die Lippen. Doch genau das hielt die Richterin ihm in der Urteilsbegründung vor. Erst auf Nachfrage von Päschke-Jensen räumte er ein, dass er möglicherweise pädophil sei.

Das Dorf, in dem Klaus H. lebte, hat der 64-Jährige inzwischen verlassen. „Ich habe mich nicht mehr aus dem Haus getraut, mich regelrecht verkrochen“, sagte er. Mit seiner dritten Frau ist er nach Niedersachsen gezogen. Seinen Job gab er auf. Am Ende der Verhandlung entschuldigte sich Klaus H. für das, was er dem Mädchen angetan hat.

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