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Kulturdenkmal Kranhaus : „Urban Gardening“ in Elmshorn

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Der Freundeskreis Knechtsche Hallen startet ein Garten- und Kunsthandwerker-Projekt. Die Verantwortlichen hoffen auf weitere Mitstreiter.

shz.de von
erstellt am 28.Apr.2014 | 16:45 Uhr

Elmshorn | Radieschen, Bohnen und Salatsetzlinge sind schon gepflanzt. Sieben Hochbeete stehen auf dem staubigen Hof zwischen alten Industriebauten, daneben lagern Paletten für weitere Beete. „Wir können nicht genug haben“, findet Irina Noack. Sie kümmert sich ums „Urban Gardening“ in Elmshorn, das findet im Garten des Kranhauses statt, eines ehemaligen Gewerbebaus an der Schlossstraße.

Am Sonnabend wurde der Garten eröffnet. 30 bis 40 Besucher und Aktive waren gekommen, um das ehemalige Kranhaus in Besitz zu nehmen. Dort soll die Neuentdeckung und Umgestaltung des zentralen Viertels Vormstegen anfangen. Am Start stehen Kunsthandwerker und Freizeitgärtner.

„Wir wollen das Kranhaus als Kulturdenkmal erhalten und mit buntestem Leben füllen“, verkündete Jens Jähne am Sonnabendmittag. Jähne ist der Vorsitzende des Vereins Freundeskreis Knechtsche Hallen. Der Verein besteht seit Ende März und hat 30 Mitglieder, Jähne bekommt ständig Anfragen von weiteren Interessenten. Das Kranhaus ist für ihn ein Anfang, er will so schnell wie möglich die benachbarten Hallen beleben. Das Motto dabei: „Es ist alles erlaubt, was nicht radikal oder böse ist.“

Jähne sprach im Vorraum des Kranhauses, das zweiflügelige Tor zur Schlossstraße stand offen. Unter der Decke prangte eine Konstruktion aus Metallschienen, die Wände waren grob verputzt, auf dem grauen Betonfußboden standen Möbel und eine Schneiderpuppe, die ein Blumenkleid trug. Der Raum dient jetzt als ständige Ausstellung von acht Kunsthandwerkern, die Schmuck, Möbel, Malerei, Keramik, Filz und Kräuter in Gläsern anbieten. „Wir sind offen für weitere Leute“, erklärt Edzard Krüger. Der Möbeldesigner aus Horst hat das Konzept entwickelt.

Durch das Haus durch geht es an rotem Flatterband vorbei in den sonnigen Garten. Gespendete Liegestühle stehen auf einem Sandrechteck, daneben liegen ausgediente Traktorreifen, Bänke und Tische laden zum Klönschnack ein. Irina Noack erklärt das Ziel des Urban Gardening: „Brachflächen mit Leben füllen.“ Für die Elmshornerin ist Gärtnern eine Lebensphilosophie: „Die Leute kommen von der Tastatur zu uns ins Hochbeet.“ Oder in den Liegestuhl, denn eine gepflegte Pause gehört auch zum Gärtnern.

Der Kunsthandwerkermarkt im Kranhaus ist an jedem Sonnabend von 10 bis 14 Uhr geöffnet. Gemeinsames Gärtnern im Garten des Kranhauses: immer dienstags von 16 bis 18 Uhr und sonnabends von 11 bis 13 Uhr, offen für jedermann.
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