Unruhe in der Seniorenresidenz

Im Seniorenheim 'Waldburg' an der Moltkestraße werden zurzeit 91 Bewohner betreut.  Foto: Meyer
Im Seniorenheim "Waldburg" an der Moltkestraße werden zurzeit 91 Bewohner betreut. Foto: Meyer

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15. März 2011, 03:59 Uhr

Barmstedt | Angehörige von Bewohnern der Barmstedter Seniorenresidenz "Waldburg" sind besorgt: Die Best Care Heim-Betriebs-GmbH, die im November 2010 den vorigen Betreiber pro seniore gekauft hatte, hat eine Heimleiterin eingestellt, der vor mehreren Monaten gekündigt worden war - und die nicht unumstritten ist. Sie könne nicht gut mit Menschen, heißt es - was sich negativ auf die Lebensqualität der Bewohner auswirke. "Es herrschte unter ihr immer eine ganz gedrückte Stimmung", berichtet eine Elmshornerin, deren Vater seit sieben Jahren in dem Heim lebt. Sie habe "Angst, dass die Angehörigen jetzt wieder schlechter betreut werden".

Auch Ute Paulus-Schröter ist besorgt. "Als wir von der Entscheidung erfuhren, waren alle geschockt", sagt die Barmstedterin, deren Mutter in der "Waldburg" lebt. Es wehe wieder "ein kalter Wind" durch das Haus. Zwar verdiene jeder eine zweite Chance, so Paulus-Schröter. "Aber die letzten Wochen zeigen schon, dass sich nicht viel verändert hat."

Julia Reich, Geschäftsführerin der Best Care, nimmt die Heimleiterin in Schutz. "Sie ist vielleicht manchmal etwas burschikos. Aber in letzter Zeit war die Situation auch sehr schwierig." In Anbetracht des bevorstehenden Verkaufs der pro seniore habe unter allen etwa 60 Mitarbeitern große Verunsicherung geherrscht. Bei Best Care soll das besser werden, verspricht Reich. "Wir werden uns um unsere Mitarbeiter kümmern und sie ordentlich bezahlen. Denn wenn sie sich wohl fühlen, kommt das auch den Bewohnern zugute."

Dass die ehemalige Heimleiterin erneut eingestellt wurde, begründet Reich mit deren Erfahrung. "Sie kennt das Haus und die Bewohner, das ist wichtig. Andernfalls hätten wir mühsam jemanden einarbeiten müssen."

Auch die Heimaufsicht des Kreises, die Personalveränderungen zustimmen muss, hatte keine Einwände gegen die Einstellung. "Wir prüfen die formellen Voraussetzungen, etwa Ausbildung und Berufserfahrung, und die waren alle gegeben", erklärte Olaf Röhr. Die Leiterin sei eine "anerkannte Fachkraft" und habe viel leisten müssen. "Sie war Heim-, Pflegedienst- und Wohnbereichsleiterin in einem."

Eine andere Angehörige versteht die Aufregung nicht. "Es sind alle sehr bemüht, mein Vater wird unheimlich gut betreut. Und wenn ich Probleme ansprach, wurden die sofort behoben." Davon abgesehen, meint die Barm stedterin, "gehen uns Personalentscheidungen nichts an".

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