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Elmshorner Nachrichten

22. Juli 2017 | 04:55 Uhr

Unmut über Flunkyball-Turnier

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Bilanz Elmshorner Polizei zieht negatives Fazit aus dem Trinkspiel-Event / 68 Mal mussten die Beamten eingreifen

Zum elften Mal wurde am Himmelfahrtstag die Meisterschaft im Flunkyball ausgetragen. Diesmal zieht die Polizei aber ein deutlich negatives Fazit. „Etwa 2000 Menschen waren gekommen; so viele wie beim letzten Mal. Aber wir mussten doppelt so oft eingreifen“, sagt Patrick Melber vom Polizeirevier Elmshorn. Die Bilanz der Ordnungshüter sieht ernüchternd aus: Zehn Anzeigen, 18 Platzverweise, zwei Personen mussten in Gewahrsam genommen werden und zahlreiche hilflose Personen wurden nach Hause oder zu Freunden gebracht.

Insgesamt musste die Polizei 68 Mal eingreifen; insbesondere wegen Körperverletzung, Beleidigung, Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz oder Sachbeschädigung. So habe etwa eine junge Frau einen Krankenwagen beschädigt – mit 2,91 Promille Alkohol im Blut, wie sich herausstellte.

„Ich hatte den Eindruck, dass mehr und auch härtere Sachen getrunken wurden“, erklärt Hauptkommissar Melber. Dabei sei die Veranstaltung zunächst recht friedlich verlaufen. „Bis 16 Uhr war es eine angenehme Veranstaltung aus Polizeisicht. Danach ist die Stimmung aber gekippt.“ Bis 23 Uhr, also noch lange nach Veranstaltungsende waren Polizeikräfte vor Ort. An dem Tag waren 29 Polizisten im Einsatz, sowie zwei Polizeihunde.

Auch eine Menge Müll sei von den Besuchern hinterlassen worden. Anwohner hätten zudem beklagt, dass sich einige Flunkyball-Zuschauer in Vorgärten erleichtert hätten, erzählt Melber, der am nächsten morgen den Platz im Krückaupark begutachtete. Der Müll wurde allerdings schnell beseitigt. Noch am Vormittag hatte ein Team von den Meisterschafts-Veranstaltern den Platz abgesucht und die unschönen Hinterlassenschaften beseitigt. Einen Vorwurf an die Veranstalter macht der Hauptkommissar aber nicht. „Das Organisationsteam ist schon sehr bemüht. Die wollen eine friedliche Veranstaltung. Aber die Sache ist einfach zu groß geworden“, zieht Melber als Fazit. Ob die Flunkyball-Meisterschaft 2018 wieder stattfinden kann, wird die Stadt Elmshorn entscheiden. Üblicherweise wird die Polizei bei der Entscheidung zur Beratung angefragt. Hauptkommissar Melber will dabei nicht völlig von der Meisterschaft abraten und plädiert eher für einen Ortswechsel. „Ich glaube, die Veranstaltung ist zu groß geworden. Die Kapazität des Krückauparks ist erschöpft“, erklärt der Hauptkommissar.

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erstellt am 27.Mai.2017 | 17:56 Uhr

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