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Elmshorner Nachrichten

15. Dezember 2017 | 17:49 Uhr

Und plötzlich war er Bürgermeister . . .

vom

Der 39 Jahre alte Ralf Henning wollte eigentlich nur Gemeindevertreter werden

shz.de von
erstellt am 02.Aug.2013 | 03:59 Uhr

Osterhorn | Die Kommunalwahl in diesem Jahr hat nicht nur Veränderungen in den Gemeinderäten mit sich gebracht. Es wurden auch etliche neue Dorfbürgermeister gewählt. Wer sind sie, was machen sie. Und vor allen: Was haben Sie vor. Die Elmshorner Nachrichten stellen in den kommen Wochen in unregelmäßigen Abständen die neuen Bürgermeister aus den Bereichen der Ämter Elmshorn-Land, Hörnerkirchen und Horst-Herzhorn vor. Noch fehlt dem Haus von Ralf Henning in Osterhorn der Vorgarten. Und auch sonst ist noch nicht alles fertig. Erst seit einem Jahr wohnt der 39-Jährige in der kleinen Gemeinde im äußersten Norden des Kreises Pinneberg - und schon ist er Bürgermeister. Mitte Juni wurde er während der konstituierenden Sitzung der Gemeindevertretung von seinen Kollegen der Wählergemeinschaft einstimmig in das Ehrenamt gewählt. Noch bis zur Kommunalwahl am 26. Mai war unklar gewesen, wer überhaupt die Nachfolge des ehemaligen Bürgermeisters Friedrich Pommerening übernehmen würde.

"Eigentlich wollte ich nur ein ganz normaler Gemeindevertreter werden", erinnert sich Henning. Aber als partout niemand für den Posten des Bürgermeisters kandidieren wollte, sei er eben in die Bresche gesprungen. "Das war erst ganz kurz vor der konstituierenden Sitzung", so Henning, der ursprünglich aus dem benachbarten Westerhorn stammt, und dort schon für die CDU knapp fünf Jahre im Dorfparlament saß. Erfahrung als Lokalpolitiker bringt der "Neue" also mit. Und auch Osterhorn und das örtliche Innenleben kennt er gut. "Aus meiner Westerhorner Bleibe guckte ich aus einem Fenster auf Westerhorn, und aus dem anderen auf Osterhorn", beschriebt er die Lage.

Henning ist ledig und Vater einer sechsjährigen Tochter. Der Selbstständige kann in der Osterhorner Gemeindevertretung auf eine sichere Mehrheit bauen. Seit Jahrzehnten tritt in dem kleinen Dorf nur die Wählergemeinschaft zur Kommunalwahl an. In der aktuellen Politikerrunde sitzen allerdings viele Novizen - und nur eine Frau. "Lediglich drei Mann haben schon Erfahrung als Gemeindevertreter sammeln können, alle anderen sind neu dabei." Doch die jugendliche Runde sei auch ein Vorteil. Schließlich sei der Elan noch ungebrochen. Auch seine eigene Vergangenheit als "Auswärtiger" sieht Henning als Vorteil. "Ich bin total neutral und habe hier auch keine Mietobjekte oder Ländereien."

Die großen Themen der kommenden Monate ergeben sich fast von selbst. Seit langem schon wird amtsweit an einer schnelleren Internetversorgung gearbeitet. Das Kanalkataster steht an, und etliche Straßen und Wege im Ort müssen saniert werden. "Vor allem viele unserer Spurbahnen in den Außenbereichen sind kaputt", sagt Henning. Als erstes dürfte aber das Thema Breitband angegangen werden. Schon im August kommen die Gemeindevertretungen des Amtes zusammen, um die nächsten Schritte abzustimmen.

In Osterhorn müssen die Bürger momentan mit etwa einem Mbit auskommen. Schnelles Internet sieht wahrlich anders aus. Getagt werden soll zukünftig übrigens vor allem in der Gaststätte "Zur Tankstelle" im benachbarten Brande-Hörnerkirchen oder im Amtshaus. Seit die "Titanic" in Osterhorn dicht machte, gibt es im Dorf keine Kneipe mehr, in der sich die Lokalpolitiker treffen könnten.

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