Filmdreh in Seester : „Und Action“: ARD produziert Spielfilm in der Marsch

Hans Bornholdt aus Seester hilft mit seinem Trecker und ist auch im Film zu sehen.
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Hans Bornholdt aus Seester hilft mit seinem Trecker und ist auch im Film zu sehen.

Bei den Dreharbeiten stehen auch viele Komparsen aus der Region vor der Kamera. Der Film spielt in dem fiktiven norddeutschen Dorf Füdrum.

shz.de von
25. Juli 2015, 10:00 Uhr

Seester | „Ruhe, bitte“ – „Ton läuft“ – „Und ab!“ Dann spielen Suzanne von Borsody und Sammy O’Leary los. Sie stehen für die ARD-Produktion mit dem Arbeitstitel „Maikes schwarze Schafe“ vor der Kamera – und zwar nicht in irgendeinem Studio, sondern hier um die Ecke, in Seester.

„Maikes Schwarze Schafe“ spielt in dem fiktiven norddeutschen Dorf Füdrum. Der Film handelt von Maike (Julia Hartmann) und ihren beiden Kindern Luise (Mia Petersen Schwertfeger) und Jasper (Sammy O’Leary), die nach einiger Zeit in der Stadt wieder aufs Land kommen und Maikes Mutter Inge besuchen. Maike will herausfinden, wer der Vater ihres Sohnes ist. In Frage kommen Bauer Hinnerk (Florian Panzner), Mechaniker Ole (Sascha Göpel) oder Ex-Frauenheld Torben (Tobias Licht). Der ist mittlerweile mit seiner eigenen Familie, Gesa (Annekathrin Bach) und Adoptivsohn Pedro (Yadier Freire Oberrieder), glücklich. Maikes Ankunft bringt das Gefüge des Küstenorts gehörig durcheinander. Während sich Oles Mutter (Marie Gruber) und Hinnerks Freundin Maike anfeinden, freunden sich ihre Kinder mit Oma an – und Jaspers möglichen Vätern. Und Maike erkennt mehr Ähnlichkeiten mit ihrer Mutter, als ihr lieb ist.

Noch bis zum 7. August dreht Sabotage Films im Auftrag der ARD. Die Drehorte sind zum Großteil Dörfer in der Marsch, zwei Tage wird auch in St.-Peter-Ording gedreht. In Seester steht das Hauptmotiv des Films: das Haus von Oma Inge. Sabotage Films hat es von der Eigentümern für die Drehzeit gemietet und extra für den Film eingerichtet.

„Das platte Land, die weiten Blicke, die Deiche, die typisch norddeutschen Häuser mit ihren Reetdächern“, deswegen hat sich Produzent Karsten Aurich für diese Gegend entschieden. „Sie erzeugt ein archetypisches norddeutsches Bild und das Gefühl: Das steht hier nicht erst seit gestern.“

Karsten Aurich kommt ursprünglich aus Hamburg. Als er das Drehbuch las, erinnerte er sich an die Landschaft nordwestlich von Hamburg, setzte sich ins Auto und fuhr durch die Dörfer, sammelte Ideen und machte Fotos. Später suchten dann professionelle Locationscouts nach konkreten Drehorten wie zum Beispiel dem Haus in Seester.

Die Produktionsfirma musste sämtliches Equipment in den Garten des Hauses in Seester transportieren. (Foto: Pflaumbaum)
Die Produktionsfirma musste sämtliches Equipment in den Garten des Hauses in Seester transportieren. (Foto: Pflaumbaum)
 

Probleme gibt es beim Dreh nicht. „Hier sind extrem kooperative Behörden“, sagt Aurich. „Das ist sehr besonders.“ Auch die Arbeit mit den etwa 25 Komparsen gestaltet sich problemlos. Sie doubeln die Hauptdarsteller oder übernehmen kleinere Rollen im Film. Alle Komparsen stammen aus der Region. Sie seien nett und die Arbeit mit ihnen unkompliziert, erzählt Aurich. Auch das sei nicht immer der Fall.

Hans Bornholdt (77) aus Seester ist einer dieser Komparsen. Den Filmemachern ist sein alter Trecker aufgefallen, der gut für den Film zu gebrauchen war. „Ich wurde gefragt, ob ich mitmachen will. Das war für mich kein Problem“, sagt Bornholdt. Jetzt schleppt er gleich zu Beginn des Films mit seinem Trecker den VW-Bus von Maike, Luise und Jasper ab. Außerdem doubelt er einen der Darsteller. „Es bringt Spaß, einen Einblick in die ganzen Aufnahmen zu bekommen und zu sehen, was das alles für eine Arbeit ist und wie oft eine Szene wiederholt werden muss“, erzählt Bornholdt. Insgesamt elf Tage ist er am Set.

Der ganze Film wird voraussichtlich im Frühjahr 2016 fertig sein. Dann läuft er an einem Freitag um 20.15 Uhr im Ersten. Und viele Bewohner der Marsch werden dann wahrscheinlich ihr Heimatdorf im Fernsehen wiedererkennen.

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