Elmshorn : Umjubeltes Comeback des Gospelchors Young Spirits

Nach langer Pause trat der Gospelchor Young Spirits wieder in Elmshorn auf und bot eine umjubelte Show.
Nach langer Pause trat der Gospelchor Young Spirits wieder in Elmshorn auf und bot eine umjubelte Show.

Die pure Lebensfreude dominierte in der Elmshorner Thomaskirche.

shz.de von
22. Dezember 2014, 12:00 Uhr

Elmshorn | Woran lässt sich erkennen, dass Künstler ihr Publikum voll im Griff haben? Vielleicht daran, dass sogar die Ansage für die Toilettenplätze in der Pause zur gelungenen Moderation wird mit dem Ergebnis, dass 300 Besucher von ihren Plätzen aufstehen und beim nächsten Lied mitgehen.

So betrachtet, hat der Gospelchor Young Spirits am Sonnabend nach längerer Auftrittspause ein ausgesprochen erfolgreiches Konzert gegeben. Das fand zwar in der Elmshorner Thomaskirche statt, aber es war kein typisches Kirchenchor-Konzert: Mit üppiger Licht- und Tonanlage und neunköpfiger Band samt Bläsern verwandelten die 25 Sängerinnen und Sänger das Gotteshaus in eine Konzerthalle, in der es das Publikum kaum auf den Stühlen hielt.

„Sehr gut“ fand Sabrina Schuldt aus Hamburg ihr erstes Young-Spirits-Konzert; besonders die Solisten beeindruckten sie. Der Chor punktete mit Temperament und Musikalität. Viele Stücke hatten der ehemalige Leiter Niels Schröder oder sein Bruder und Nachfolger Sören selbst geschrieben, das waren meistens anspruchsvolle, aber eingängige Popsongs. Klassiker wie „Say A Little Prayer“ oder „Ain’t No Mountain“ gehörten ebenso ins Programm wie Weihnachtslieder. Eine Mischung aus Liedern zum Mitklatschen und -singen und Besinnlicherem zog das Publikum in den Bann.

Pointe jedes Liedes ist der christliche Glaube. In den Texten geht es auch um ernste Themen. Dass man am meisten bereut, was man nicht ausprobiert hat, illustrierte eine Sängerin in der Anmoderation mit ihrer eigenen Biografie: Anfangs habe sie sich kaum getraut, bei den Young Spirits mitzusingen, aber seit vier Jahren erlebe sie im Chor „den Spaß meines Lebens“. Das Lied hieß dann „Things I Didn’t Do“, Bühnensprache war englisch.

Mit dieser Mischung holen die Young Spirits ein Publikum in die Kirchen, dass dort sonst nicht eben üppig vertreten ist: junge Leute und Familien, die auch beim Konzert am Sonnabend das Gros des Publikums stellten.

Die Sänger animierten ihr Publikum erfolgreich zum Mitmachen. (Foto: Roolfs)
Die Sänger animierten ihr Publikum erfolgreich zum Mitmachen. (Foto: Roolfs)
 

„Heute ist das musikalisch richtig ausgereift“, lobte Ulrich Virkus aus Elmshorn den Auftritt des Chors: „richtig rund“. Schlicht „wunderbar“ fand Maike Lohse aus Horst das Konzert. Ihre Tochter Julia Mielke aus Krempe sang selbst sieben Jahre lang bei den Spirits mit und erinnert sich bei jedem Konzert gern an die Zeit zurück: „Ich mache ja trotzdem mit“, sagte sie, sie tanzt dann eben vor der Bühne statt oben drauf.

Inga König-Ziesche aus der Gemeinde Raa-Besenbek ist Stammgast bei Konzerten der Young Spirits. „Sehr schön, wie immer“ fand sie das Adventskonzert. Längst nicht jeder Gospelchor spreche sie an, aber zu Auftritten dieser Formation kommt sie regelmäßig mit ihrer Familie. „Vielleicht wegen der jungen Menschen“, sinnierte sie in der Pause des Konzerts über das Geheimnis der Young Spirits.

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