Videoüberwachung : Überwachen und dennoch unerkannt bleiben - wie geht das?

Fachpersonal darf in besonderen Fällen auf die gespeicherten unverschlüsselten Daten zurückgreifen. Foto: joa
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Fachpersonal darf in besonderen Fällen auf die gespeicherten unverschlüsselten Daten zurückgreifen. Foto: joa

Die Stadt Elmshorn sowie Landes- und Bundespolizei möchten rund um den Bahnhof für vermehrte Sicherheit mittels Video-Überwachung sorgen.

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03. Dezember 2012, 10:59 Uhr

Elmshorn | Diese gefühlte Sicherheit, so die Forderung von Datenschützern, dürfe aber nicht zu Lasten der individuellen Privatsphäre gehen. Die Schweizer Firma Kiwi Security bietet mit einen Überwachungssystem eine speziell zum Schutz der Persönlichkeitsrechte entwickelte Computer-Anwendung an.
Privacy Protector - so der Name des Systems - ist in der Lage, kritische Räume wie zum Beispiel im kriminell auffälligen Gebiet um den Elmshorner Bahnhof zu überwachen, ohne dass Reisende oder Passanten befürchten müssen, auf irgendwelchen Datenträgern zu landen. Der Privacy Protector verschleiert alle Personen bereits bei der Aufnahme. In Echtzeit werden diese Aufnahmen unkenntlich gemacht.

Bewegungen bleiben sichtbar

Dabei bleiben jedoch alle Bewegungen sichtbar und Handlungen erkennbar. Ein unnötiges Eindringen in die Privatsphäre von Menschen wird verhindert, ohne das gewünschte Maß an Sicherheit zu verringern. Der Betrachter sieht nun zunächst nur das verpixelte Videobild. Kommt es zu einer vermeintlichen Straftat, so kann durch Nutzung einer Chipkarte, zum Beispiel von Sicherheitsbeauftragten, und die Eingabe des zugehörigen Pin-Codes auf das unverpixelte Video zugegriffen werden. Somit ist das Vieraugenprinzip stets gewahrt und die Videodaten sind auf militärischem Niveau gegen Missbrauch geschützt.
Sind die Codes aufgebraucht, müssen neue angefordert werden. Dadurch ist gewährleistet, dass nicht grundlos und übermäßig oft auf die Videodaten zugegriffen wird.
Im öffentlichen Raum kann diese Verschleierung so eingestellt werden, dass Vandalismus, tätliche Angriffe oder auch ein Diebstahl sofort erkannt und gemeldet werden, die handelnden Personen selbst aber solange unkenntlich bleiben, bis die Autorisierung zur Freischaltung vorliegt. Mit dem System aus der Schweiz besteht zudem die Möglichkeit, automatische Zählung von Passanten durchzuführen.
Und so funktioniert der technische Systemablauf:
Der Privacy Protector ist ein Software-Modul, das in ein Videomanagement System eingebunden werden kann. Der Aufruf und die Konfiguration dieses Moduls erfolgt durch ein Video-Framework von der selbigen Firma oder von einem Drittanbieter. Dieses Video-Framework nimmt Video-Klardaten von den Überwachungskameras entgegen und leitet diese an den Privacy Protector zur Verschleierung weiter. Das Modul analysiert diese eingehenden Video-Bilddaten, erkennt im Bild befindliche stehende oder sich bewegende Personen und verschleiert diese. Diese verschleierten Video-Bilddaten werden anschließend über das Video-Framework zur weiteren Verarbeitung (Anzeige und/oder Speicherung) an andere Systeme weitergegeben. Es sind verschiedene Verschleierungsgrade verfügbar. Diese können über das Video-Framework ausgewählt und konfiguriert werden. Die Protokolle der Aufnahmen und Vorfälle werden in einer Datenbank verwaltet. Diese Daten enthalten keinerlei Personenbezug.
Das Unternehmen Kiwi Security ist ein führender Hersteller von intelligenten Applikationen zur automatischen Analyse von Bild- und Videoinformationen. Die Anwendung Privacy Protector ist eines der ersten Analysentools, das in Europa zur Sicherung des Daten- und Persönlichkeitsschutzes zertifiziert wurde. Dieses "European Privacy Seal" ist ein Gütesiegel, welches IT-basierte Produkte auf Kompatibilität mit der Europäischen Datenschutzrichtlinie sowie die Einhaltung des Schutzes der Privatsphäre prüft.

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