Fachpraktikerin : Überragende Ausbildung trotz Lernproblemen

Glückwunsch: Viola Richter (links) und Carmen John (rechts) gratulieren Maria Zahn (Mitte) zu ihrem exzellenten Abschluss.  Foto: en
Glückwunsch: Viola Richter (links) und Carmen John (rechts) gratulieren Maria Zahn (Mitte) zu ihrem exzellenten Abschluss. Foto: en

Maria Zahn aus Elmshorn ist landesbeste Hauswirtschaftshelferin. Freude über Erfolg der Mitarbeiterin im Seniorenzentrum Marktpassage.

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08. Februar 2013, 09:45 Uhr

Elmshorn | Um die etwa 50 älteren Menschen, die im Seniorenzentrum Marktpassage in Elmshorn wohnen, kümmern sich 39 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Eine von ihnen ist Maria Zahn. "Können Sie mir helfen, ich habe mein Glas umgekippt", wird sie von einer älteren Da-me gefragt. Kein Problem - in ihrer akkuraten weißen Kleidung mit dunkelrotem Kittel eilt sie in die Küche und mit einem Lappen ist das Malheur schnell beseitigt. Dann wird weiter für das gemeinsame Abendessen eingedeckt.

Die Arbeit bringt Maria Zahn sichtlich viel Spaß. "Ich bin gut vom Team aufgenommen worden und mag den Umgang mit den älteren Menschen sehr. Die Arbeit macht viel Spaß und ich bin froh, dank der Ausbildung endlich auf eigenen Beinen zu stehen", sagt die 28-jährige Elmshornerin. Im vergangenen Jahr hatte sie ihre Ausbildung zur Fachpraktikerin Hauswirtschaft beim Träger Berufliche Bildung im DHB e.V. mit der Note 1,0 abgeschlossen und wurde damit Landesbeste 2012 in ihrem Beruf. Bei der Ehrung durch die Industrie- und Handelskammer (IHK) erhielt sie mit den anderen Landesbesten eine Urkunde und einen Preis aus der Hand von Ministerpräsident Torsten Albig.

Doch der Weg bis hierhin war für Maria Zahn nicht einfach. Aufgrund ihrer Lernschwäche scheiterten vorige Ausbildungsversuche. Auch hatte sie damals auf das Lernen nur wenig Lust, gibt sie heute zu. Die Fachpraktikerin Hauswirtschaft ist eine dreijährige Ausbildung speziell für Menschen mit Einschränkungen und geregelt nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG). "Auch für junge Menschen mit einer Lernschwäche gibt es einen Weg in den Arbeitsmarkt. Dieser Weg ist nicht immer einfach und oft hat er viele Stationen. Wir helfen dabei mit Rat und finanzieller Unterstützung", sagte Gunnar Fritsche, Teamleiter Rehabilitation der Agentur für Arbeit Elmshorn.

Die Agentur für Arbeit finanzierte die theoriereduzierte Ausbildung beim Bildungsträger Berufliche Bildung im DHB. Viola Richter, Standortleiterin Elmshorn, sagte: "Maria Zahn ist motiviert und sehr pflichtbewusst. Damit brachte sie die besten Voraussetzungen mit, um trotz ihres Handicaps die Ausbildung erfolgreich abzuschließen."

Bevor feststand, dass sie Landesbeste wird, bewarb

sie sich um eine Arbeitsstelle als Hauswirtschaftshelferin beim Seniorenzentrum Marktpassage in Elmshorn und bekam zunächst einen befristeten Arbeitsvertrag. Hauswirtschaftsleiterin Carmen John erkannte schnell ihre Vorzüge: "Maria hat sich schnell eingearbeitet und Kontakt zu den Bewohnern gefunden. Sie ist zuverlässig und konnte eigene Aufgabenbereiche übernehmen, die sie selbstständig erledigt."

Da ihr befristeter Arbeitsvertrag bald ausläuft, entscheidet die Heimleitung momentan über eine Festeinstellung. Die Chancen stehen nicht schlecht. Glücklich wäre nicht nur Maria Zahn, sondern auch die Heimbewohner. "Unsere Maria ist immer so freundlich", bestätigt lächelnd eine ältere Bewohnerin.

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