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Elmshorner Nachrichten

16. August 2017 | 17:34 Uhr

Sparrieshoop : TSV-Sporthalle wieder geöffnet

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Nach monatelanger Sperrung können Vereinsmitglieder wieder in Sparrieshoop trainieren. Zusätzlich gibt es neue Angebote gegen den Mitgliederschwund im Verein.

Die Mitglieder des TSV Sparrieshoop können aufatmen: Ihre Sporthalle ist seit Donnerstag wieder geöffnet. Die Zumba-Tänzer waren die ersten, die am Abend wieder auf dem geflickten Hallenboden trainieren durften, wie TSV-Vorsitzender Wolfgang Roschinski mitteilte. Seit Mitte Februar war die erst zwei Jahre alte 2,4 Millionen teure Halle nach einem Wassereinbruch gesperrt gewesen. Aktuelle Messungen eines baubiologischen Labors aus Hamburg ergaben jetzt: Die Luft ist wieder rein. Weder Schimmelpilze noch andere Schadstoffe seien festgestellt worden.

Die Tischtennis-, Tennis- und Fußballspieler, Turner wie Einradfahrer, die Mini-Handballer, die Zumba-Tänzer und letztendlich auch die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr – hatten monatelang auf andere Trainingsorte ausweichen, im Freien trainieren oder teilweise auf Vereinssport verzichten müssen. Der Schulsport der Grundschule Wiepeldorn fand im Freien statt. Doch einige Angebote waren ganz ausgefallen.

Zirka 50 bis 80 der zuvor 1028 Mitglieder haben aufgrund der gesperrten Halle sogar den Verein verlassen, wie Roschinski bestätigt. Viele Mitglieder hätten erwartet, dass ihnen ihre Beiträge für die Zeit der Sperrung der Halle erstattet werden. „Doch wir konnten als gemeinnütziger Verein keine Beiträge zurückzahlen. Dafür hätten wir die Satzung ändern müssen“, sagt er. Es habe viele Missverständnisse gegeben. Er habe einige böse Briefe erhalten.

Roschinski sagte nach der Hallenöffnung: „Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen, der sehr schwer ist. Wenn es nicht so schnell gegangen wäre, wäre das ein erheblicher Rückschlag für unsere Jugend im Verein gewesen.“

Grund für die Schließung war ein Wassereintritt gewesen – zum einen von Außen, zum anderen durch so genanntes Grauwasser, gering verschmutztes Abwasser wie es etwa beim Duschen, Baden oder Händewaschen anfällt. „Wir gehen davon aus, dass Mängel beim Bau entstanden sind“, so der stellvertretende Bürgermeister Rainer Bonnhoff (CDU) „Hundertprozentig ist die Schadensursache noch nicht geklärt“, so Roschinski. „Wir werden versuchen, die Verursacher in Regress zu nehmen“, kündigt der Vereinsvorsitzende an. „Wir sind der Ursache auf der Spur, aber können aus formaljuristischen Gründen noch keine Auskunft geben.“ Für Reparaturen und Gutachten sind bisher Kosten von mehr als 15  000 Euro angefallen, erläutert Roschinski. Laut Bonnhoff sei die Gemeinde in Vorleistung getreten. TSV und Gemeinde haben einen Anwalt eingeschaltet. Denn mit den Sanierungskosten möchte man nicht allein dastehen.

Roschinski erläutert, dass zudem ein neuer Hallenboden benötigt werde. Die Kosten dafür schätzt er auf 200  000 Euro. „Wir wissen nicht, wie der Untergrund reagiert und ob es Folgeschäden gibt“, sagt er. Außerdem sehe der Boden nach dem Trocknen und einer Probenentnahme des baubiologischen Labors mit seinen 50 geflickten Bohrlöchern aus wie ein „Schweizer Käse“. Um so etwas hinzunehmen, sei die Halle einfach noch zu neu.

Roschinski blickt positiv in die Zukunft: „Jetzt muss man schauen, dass man weiterkommt.“ Der TSV habe vor, sein Sportangebot zu erweitern. Der Vorsitzende nennt Stichworte wie Gesundheitssport Ü50, Rehasport, Regeneration. „Wir hatten bisher nur eine völlig ausgebuchte Montagabendgruppe für Rückengymnastik. „Wir wollen dieses Angebot ausbauen, weil die Nachfrage aus der Gemeinde sehr groß ist. Ein Problem sei es lediglich, adäquate Übungsleiter zu vernünftigen Preisen zu finden.“

 

 

 

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