zur Navigation springen

Trommeln mit Promi-Faktor : Percussion-Workshop mit Martin Grubinger

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Martin Grubinger trommelt mit musikbegeisterten Kinder und Jugendlichen in der Nord-Akademie.

Elmshorn | „Ich habe keine Ahnung, wie man richtig gut Conga spielt“, sagt Martin Grubinger, einer der besten Schlagzeuger der Welt: „Aber es fasziniert und begeistert mich.“ Grubinger lehrt und lernt gleichzeitig: Am Wochenende leitete er in Elmshorn einen Percussion-Workshop des Schleswig-Holstein Musik Festivals. Die Arbeit an der Marimba und das Zusammenspiel im Ensemble, das brachte Grubinger 80 Kindern zwischen 6 und 19 bei; um die Arbeit mit den Congas kümmerte sich der Deutsch-Chilene Alfonso Garrido, Hochschuldozent für Percussion und Rhythmik. Dritter im Bund der Lehrer war Luis Ribeiro, der Brasilianer spielte Samba.

Für Sonntag hatten die Dozenten und ihre Teilnehmer zur öffentlichen Probe ins Audimax der Elmshorner Nordakademie eingeladen. Der halbstündige Auftritt stand am Ende des zweiten Workshop-Tages. Gestern, am Montag, stand der große Auftritt an: Vor 3000 Zuhörern traten die Kinder mit ihrem Programm in Neumünster auf. „Das ist gut: Jede Stunde rückt das Konzert näher“, dieser Erfolgsdruck gefällt Grubinger bei der Arbeit. „Die zittern schon, weil 3000 Leute kommen“, erzählt in der Pause Nadja Winter aus Barmstedt. Ihr neunjähriger Sohn Fionn und dessen Freund Milan Meyer machen mit im Workshop. Der Mutter gefällt das stramme Programm der beiden Tage: „Das ist ganz toll, die sind abends beide völlig fertig“. Aber: „Es scheint auch Spaß zu machen.“

Genau auf diese Mischung haben es die Dozenten abgesehen, erklärt Luis Ribeiro in einer kleinen Talkrunde nach der Probe: „Es ist für mich wichtig, dass die Kinder etwas leisten müssen. Es ist auch wichtig, dass sie Spaß haben, der Körper muss mit.“ Alfonso Garrido erläutert: „Die Musik sieht so lustig aus, spaßig, aber es ist harte Arbeit.“

Dozent Alfonso Garrido (im orangefarbenen T-Shirt) dirigiert die Workshop-Teilnehmer.
Dozent Alfonso Garrido (im orangefarbenen T-Shirt) dirigiert die Workshop-Teilnehmer. Foto: Jann Roolfs
 

An die fünf Stunden pro Tag haben sich die Workshop-Teilnehmer mit Trommeln, Marimbas und Congas beschäftigt. Aus ihrem Programm für Neumünster führen sie am Sonntag zwei Stücke vor: Eine Samba, bei der Grubinger selbst hinten in der Gruppe mitspielt, eine Trommel vor dem Bauch. Die Samba-Nummer krönt Rune Wüpper: Der 12-jährige Hamburger rappt und tanzt zur Percussion. Das zweite Stück ist „Watermelon Man“, ein Jazz-Klassiker von Herbie Hancock. Da steht Grubinger an der Marimba, neben ihm einige Kinder an Marimbas und Vibraphonen, um sie herum springt und gestikuliert Garrido und dirigiert die Trommeln. Wie es sich beim Jazz gehört, sind in das Lied viele Solo-Passagen eingestreut.

Martin Grubinger (l.) im Talk mit SHMF-Intendant Christian Kuhnt.
Martin Grubinger (l.) im Talk mit SHMF-Intendant Christian Kuhnt. Foto: Jann Roolfs
 

Für Grubinger ist das SHMF „eine Perle“, betont er im Talk: „Das Schöne ist, dass man hier nah dran ist, Sie können mit jedem sprechen“. Diese Gelegenheit nutzen in Elmshorn viele: Sie sprechen den Musiker an, lassen sich Autogramme geben und machen Fotos. „Ey, cool“ und: „Bist du sicher, auf das tolle T-Shirt?“, Grubinger zeigt keinerlei Scheu und bewegt sich locker durch die Fans und Organisatoren. „Mal eine andere Art, Musik zu hören“, das genießt Gitta Look aus Kölln-Reisiek bei ihrem Besuch in der Nordakademie. Das Backstage-Gefühl mag sie, die Mischung aus Probe, Talkrunde und Film zum Abschluss, das „aufgelockerte Paket“ konsumiert sie locker auf einem Heizkörper sitzend. „Man merkt, dass sie noch üben müssen“, kommentiert sie den Auftritt der Jugendlichen. Mag sein, aber Dozent Luis Ribeiro findet es „unglaublich, was sie geschafft haben“. Alfonso Garrido schwärmt: „Man sieht das Feuer in den Augen der Jugendlichen“.

Das Workshop-Konzept kommt offenbar an: „Wann machen Sie den nächsten Workshop?“, will ein Junge aus dem Publikum in der Talkrunde von SHMF-Intendant Christian Kuhnt wissen. In diesem Jahr war es der zweite, der erste hatte 2015 stattgefunden. Den nächsten werde es wohl wieder in zwei Jahren geben, kündigte Kuhnt an: „Wir würden das gern in jedem Jahr machen, aber es ist viel Aufwand“.

zur Startseite

von
erstellt am 11.Jul.2017 | 10:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen