Theater : Tödliche Reise nach Tilsit?

<p>Unterhaltsame Zeitreise:   Probe mit historischen Kostümen für die „Reise nach Tilsit“ am Forum Baltikum-Dittchenbühne. </p>

Unterhaltsame Zeitreise:   Probe mit historischen Kostümen für die „Reise nach Tilsit“ am Forum Baltikum-Dittchenbühne.

Dittchenbühne zeigt kriminalistische Dreiecksgeschichte

shz.de von
10. Juli 2018, 16:30 Uhr

Es ist weit mehr als nur eine kriminalistische Dreiecksgeschichte, was  unter dem Titel „Die Reise nach Tilsit“ am Freitag, 24.August  an der Dittchenbühne, Hermann-Sudermann-Alllee 50, in Elmshorn   Premiere feiert. Denn bei diesem Stück handelt es sich um eine von vier „Litauischen Geschichten", in denen Hermann Sudermann – so die Kritiker – „Leben und Schicksale der Menschen seiner Heimat ergreifend und spannend“ erzählt.

Zum Inhalt: Der litauische Fischer und Hofbesitzer Ansas Balczus ist seit vielen Jahren glücklich mit seiner Frau Indre verheiratet. Doch die attraktive Magd Busze verdreht ihm den Kopf – so sehr, dass er bereit ist, seine Ehefrau während einer Bootsfahrt nach Tilsit umzubringen. Eine Bootsfahrt muss es sein, weil Indre nicht schwimmen kann und man so einen tragischen Unfall vortäuschen will. Indre schwant nichts Gutes, doch sie macht sich mit auf die Reise nach Tilsit…

„Die Vielschichtigkeit der Vorlage hat sicherlich mit dazu geführt, dass das Buch seit der Veröffentlichung 1917 viermal groß verfilmt und auch immer wieder fürs Theater aufbereitet wurde“, erläutert  Dittchenbühnen-Chef und Autor Raimar Neufeldt, der  das Stück jetzt als Regisseur auf die Bühne bringt. Den Beginn machte Friedrich Murnau 1927 mit seinem hoch gelobten Hollywood-Stummfilm „Sonnenaufgang – das Lied zweier Menschen“.  1939 setzte Veit Harlan den Stoff zu einem umstrittenen  Film um, der  vor seiner  Wiederaufführung Anfang der 1950er-Jahre  von rassistischen Passagen befreit werden musste. 1969 verfilmte das ZDF „Die Reise nach Tilsit“  mit einem großen Staraufgebot  – unter anderem mit Gustav Knuth, Paul Dahlke und Ruth Maria Kubitschek. 1981 schließlich entstand der russisch-litauische Film „Reise ins Paradies“,  der  im Fernsehen der DDR ausgestrahlt wurde.

Und jetzt  macht sich auch die Dittchenbühne auf die Reise nach Tilsit – „wieder auf die Reise“ muss man sagen, denn 2004 stand das Stück von Raimar Neufeldt schon einmal auf dem Programm. Es wurde in Elmshorn und auch während der damaligen Ostseetournee aufgeführt, wo das Stück sogar an einem der Schauplätze des Geschehens gespielt werden konnte.

Karten gibt es  unter (04121) 89710 und per  E-Mail unter  buero@dittchenbuehne.de. 

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