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Standortschließung in Elmshorn : Telekom-Mitarbeiter wehren sich

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Gewerkschaft Verdi fordert Erhalt mindestens eines Standortes in Schleswig–Holstein und kündigt Kampfmaßnahmen an.

shz.de von
erstellt am 24.Jun.2015 | 10:00 Uhr

Elmshorn | Sollte die Telekom die geplante Schließung ihrer Standorte des Telekom-Technikservice (DTTS) in geplanter Weise umsetzen, wären Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern praktisch von der DTTS-Landkarte getilgt. Denn außer den 278 Mitarbeitern in Elmshorn wären im Norden Flensburg (23 Mitarbeiter), Heide (65), Kiel (34) und Lübeck (55) betroffen. Die Beschäftigten sollen nach dem Willen der Telekom künftig in Hamburg arbeiten. „Wenn allerdings jemand beispielsweise lieber nach Hannover möchte, sind wir für solche Wünsche offen“, sagte Peter Kespohl, Pressesprecher der Telekom unserer Zeitung. Es werde „kein Arbeitsplatz abgebaut“. Betroffen seinen lediglich Innendienstmitarbeiter

Die meisten Mitarbeiter müssten weitaus längere Anfahrzeiten zu ihren Arbeitsplätzen in Kauf nehmen. Viele Mitarbeiter befürchten, dass die Telekom sie mit den längeren Wegen zur Arbeit vergraulen will. „Dieses Konzept überfordert die Beschäftigten und stellt einen Angriff auf die Beschäftigungsperspektiven in der DTTS dar“, sagte  Kirsten Jöhnck, Verdi-Fachbereichsleiterin für den Fachbereich Telekommunikation. Sie sprach von „Raubbau bei den Beschäftigten. Die würden künftig „viel Lebenszeit auf den Straßen verbringen“. Die Mitarbeiter wollen sich nun mit „mehreren Aktionen“ darunter Streik, gegen die Pläne des Konzerns wehren.

Verdi fordert den Erhalt mindestens eines Standorts in Schleswig-Holstein, ein Maßnahmenpaket zur Abmilderung der Versetzungspläne für die Betroffenen sowie Standortgarantien und Schutzregelungen für die nach Umsetzung der Telekom-Pläne übrig gebliebenen Standorte.

In ersten Gesprächen mit den Gewerkschaften habe die Telekom bereits angeboten, den Umsetzungszeitraum der Maßnahme bis Ende 2019 zu verlängern, Standortsicherungen für die neuen Standorte bis 2021 auszusprechen und einen Härtefallfonds einzurichten, so Kespohl.

Hilfe der Politik gefordert

Beschäftigte und Gewerkschaften fordern zudem Hilfe der Politik. „Wenn der Ministerpräsident nicht für die Menschen in seinem Land da ist, weiß ich nicht, wozu er sonst da ist“, meinte Jöhnck. Elmshorner Sozialdemokraten sagten die Unterstützung von SPD-Landesparteichef und Landtagsfraktionschef Ralf Stegner zu.

Für Elmshorn würde die Umsetzung der Pläne den Verlust von 278 Arbeitsplätzen bedeuten. Was mit den dann zum Teil leerstehenden Gebäuden geschieht, entscheidet die Firma Semmelhaack, der das Areal gehört. Es liegt, so Bürgermeister Volker Hatje, „in einem sensiblen Bereich“. Wohnungsbau würde beispielsweise einen Bebauungsplan erforderlich machen, erläutert Silke Faber, Leiterin des Amtes für Stadtentwicklung.

Die Telekom-Mitarbeiter haben indes die Hoffnung auf Erhalt der Arbeitsplätze in Elmshorn noch nicht aufgegeben. Jöhnck: „Es entscheidet der Protest. Wir brauchen viel Kraft.“ Telekom-Sprecher Kespohl kündigte an, dass es in den kommenden Tagen weitere Gespräche zwischen Unternehmensleitung und Artbeitnehmervertretern geben werde.

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