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Teure Entsorgung : Taubenmist in Disko - Elmshorn muss zahlen

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

4,5 Tonnen Taubendreck befinden sich in den Räumen einer ehemaligen Elmshorner Diskothek. Für die Entsorgung soll die Stadt aufkommen - und muss dafür tief in die Tasche greifen.

Elmshorn | Es ist, das Wort lässt sich in diesem Zusammenhang kaum vermeiden, eine wahrlich "beschissene" Situation. Es geht um das Haus an der Berliner Straße 18 in Elmshorn. Im Obergeschoss war einst die Diskothek Traumraum untergebracht. Nachdem das Elektrofachgeschäft im Untergeschoss 2010 geschlossen wurde, stand das Haus leer. Aber ganz offensichtlich nicht völlig. Denn im Ex-Traumraum hatten sich, möglicherweise schon vor längerer Zeit, Tauben eingenistet. Und das, was sie hinterlassen haben, ist alles andere als ein Traum, es ist ein Albtraum: Tonnenweise Taubendreck. Die Stadt, der mittlerweile das Gebäude gehört, ist für die Entsorgung des hoch giftigen Mists zuständig. Und die ist teuer: Rund 30.000 Euro muss Elmshorn berappen.

Bereits Anfang 2011 hatte das Haus für Aufregung gesorgt. Die vordere Front und der Fußweg davor waren übersäht mit Exkrementen von Tauben. Damals war das Gebäude noch nicht in städtischem Besitz. In Besitz genommen hatten es aber bereits die Tauben. Die haben sich offensichtlich durch kaputte Fenster Zutritt zum Obergeschoss verschafft. Und sie haben überall ihre Spuren hinterlassen. Denn die ehemalige Disco ist zwar nicht mehr in Betrieb, aber nicht leergeräumt. Möbel und Teppiche sind noch da. Die sind jetzt übersäht mit Taubenkot.

Mitarbeiter einer Spezialfirma der Hamburger VGR-Gruppe sind jetzt dabei, den Dreck zu entsorgen. 4,5 Tonnen Mist haben sie schon aus dem Gebäude geholt. Zum Teil habe sich der Vogelkot mehr als 20 Zentimeter auf dem Fußboden aufgehäuft. „Der Taubendreck ist gesundheitsgefährdend“, sagt Silke Faber, Leiterin des Amtes für Stadtentwicklung. Deshalb müssen die Entsorger Schutzanzüge tragen. Sie entsorgen auch die alten Teppiche. Wenn alles raus ist, muss das Gebäude mit Spezialreiniger gesäubert und desinfiziert werden. Anfangs waren sogar Entsorgungskosten von bis zu 60.000 Euro im Gespräch. Mit nun rund 30.000 kommt die Stadt deshalb vergleichsweise glimpflich davon. „Dennoch ist das natürlich alles sehr ärgerlich“, sagt Silke Faber.

Die Fenster sind mittlerweile zum Schutz gegen Tauben mit Brettern vernagelt. Eine Maßnahme, zu der Faber aufgrund der schlechten Erfahrungen der Stadt auch anderen Besitzern von leerstehenden Gebäuden rät. Was aus dem Gebäude einmal wird, ist noch unklar. Im Zuge der Umgestaltung im Bereich Vormstegen soll es eine attraktive Nutzung erhalten.

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erstellt am 02.Okt.2013 | 16:00 Uhr

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