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Streik-Marsch durch Elmshorn : Tarifverhandlungen gehen nächste Woche weiter

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

300 Telekom-Beschäftigte setzen Zeichen für mehr Lohn. Kundgebung im Kranhaus.

Elmshorn | Etwa 300 Telekom-Beschäftigte sind gestern Morgen dem Aufruf der Gewerkschaft Verdi Nord gefolgt und in einen befristeten Warnstreik getreten. Am Standort Heinrich-Hertz-Straße formierten sich die Beschäftigten zur Frühstückszeit zu einem Demonstrationszug, der sich, angeführt von einem Polizeifahrzeug, Richtung Innenstadt zum Kranhaus an der Schloßstraße bewegte. Dort fand die Abschlusskundgebung statt. Die Krückaustadt mit ihrem Telekom-Standort war Schwerpunkt der Arbeitsniederlegungen in Hamburg und Schleswig-Holstein.

Die Streikenden unterstützten damit die Forderungen von Verdi, die in der laufenden Tarifrunde für die rund 63.000 betroffenen Tarifangestellten und Auszubildenden bei der Deutschen Telekom unter anderem eine tabellenwirksame Entgelterhöhung um fünf Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten sowie eine Komponente zur überproportionalen Anhebung der unteren Einkommen fordert. Darüber hinaus will die Gewerkschaft den Vertrag über den Ausschluss betriebsbedingter Beendigungskündigungen verlängern. Die Höhe der Ausbildungsvergütungen und der Vergütungen für duale Studenten soll um 60 Euro angehoben werden.

„Gutes Geld für gute Arbeit“, forderte Verdi-Landesbezirksfachbereichsleiterin Kirsten Jöhnk auf der Kundgebung im Kranhaus, auf der sie argumentativ und moralisch von ihren Kollegen Michael Heuer (Betriebsgruppenvorsitzender/Streikleiter) und Ralf Schwittay (Bezirksgeschäftsführer, Bezirk Pinneberg/Steinburg) unterstützt wurde. Sie bezeichnete den Warnstreik als Signal an den Arbeitgeber, ein akzeptables Angebot vorzulegen und listete noch einmal die Forderungen detailliert auf. Diese besitzen laut Kirsten Jöhnk natürlich auch einen konkreten Hintergrund, der in den Mehrbelastungen für die Arbeitnehmer zu sehen ist: steigende Mieten und Mietnebenkosten, steigende Preise und hohe Benzinkosten. „Wir wollen, dass die Mitarbeiter an den geschaffenen Werten angemessen beteiligt werden“, rief die Gewerkschafterin in die Runde.

Ralf Schwittay (l.), Kirsten Jöhnk und Michael Heuer von der Gewerkschaft Verdi formulierten noch einmal ihre Forderungen an den Arbeitgeber.
Ralf Schwittay (l.), Kirsten Jöhnk und Michael Heuer von der Gewerkschaft Verdi formulierten noch einmal ihre Forderungen an den Arbeitgeber. Foto: Schilling
 

Die Verhandlungen werden am 12./13. April in Bonn fortgesetzt. Jöhnk erwartet ein akzeptables und deutlich nachgebessertes Angebot – „sonst wird es noch härtere Maßnahmen geben“, versprach sie. Streikleiter Michael Heuer ist äußerst zufrieden mit dem Verlauf des Warnstreiks: Beim Zug durch die Stadt sei man auf viel Zustimmung in der Bevölkerung gestoßen, erklärte er.

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erstellt am 08.Apr.2016 | 10:00 Uhr

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