Erik Doebel : Tanzen ist sein Leben

Erik Doebel tanzt seit er vier Jahre alt ist. Mittlerweile trainiert er eine Gruppe der Tanzmäuse.

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27. Februar 2013, 08:35 Uhr

Horst | Tanzen ist was für Mädchen. Jungs spielen Fußball oder Handball. So sehen sie aus, die gängigen Denkmuster. Doch es gibt Ausnahmen von der Regel. Erik Doebel gehört dazu. Der 17-Jährige tanzt für sein Leben gern. Schon mit vier Jahren entdeckte er diese Leidenschaft für sich. Elf Jahre war er Mitglied der Tanztruppe um Eveline Lutz, die mit ihrem Mann Thomas die Horster Tanzmäuse und das Tanzkaleidoskop aufbaute. Nach einer zweijährigen Pause ist Doebel nun wieder in die Horster Tanzgruppe zurückgekehrt.

"Ich habe im Oktober 1999 mit dem Tanzen angefangen", erinnert sich der 17-Jährige. Damals habe er den Kindergarten der Elmshorner Dittchenbühne besucht, wo auch Eveline Lutz arbeitete. "Meine große Schwester Britta hat damals bei Frau Lutz getanzt, und ich fand es so toll, dass ich am liebsten schon mit drei Jahren eingestiegen wäre."

Doch der kleine Erik musste sich gedulden, bis er vier wurde. Dann aber ging es gleich rein in den Kreis der Tanzmäuse. Schon beim Weihnachtsmärchen 1999 war er als Räuber ein Bestandteil der Bremer Stadtmusikanten. "Damals haben noch drei oder vier Jungs mitgemacht", so Doebel. Heute gebe es in den drei Altersgruppen der Horster Tänzer gerade einmal noch zwei Jungen.

Jungen beim Tanzen haben es nicht immer leicht. Diese Erfahrung musste auch der 17-Jährige machen. Hänseleien waren an der Tagesordnung. Auch intern gab es Probleme, die letztlich sogar für Doebels Tanzpause verantwortlich waren. "In der Pubertät ging das mit den Mädels hier gar nicht", verrät der Tänzer. Im Januar 2010 war dann erst einmal Schluss. Der Wiedereinstieg erfolgte im Februar vergangenen Jahres - pünktlich zum 20-jährigen Bestehen der Tanzmäuse. Bei der Jubiläums-Aufführung war Doebel dann auch aktiv wieder dabei. Mittlerweile trainiert er immer freitags die FortgeschrittenenGruppe. Und das, obwohl er dafür immer von Hamburg anreisen muss, wo Doebel eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker absolviert.

Doch das reicht dem Tänzer an Stress noch nicht aus. Gleich drei Mal in der Woche fährt er nach Elmshorn, wo er für den Club Schwarz-Rot in der Latein-Turniergruppe tanzt. Außerdem ist er in der Breitensportgruppe aktiv, "weil dort auch Standard getanzt wird". Obendrein füllt Doebel den Part des Jugendsprechers aus. So viel Engagement bringt zweifelsohne nur jemand auf, der mit ganzem Herzen bei der Sache ist. "Tanzen macht mir Spaß und ist mein Hobby. Warum auch nicht?", wischt Doebel alle Vorurteile beiseite. Und dass sich so wenige Jungs trauen würden, einfach mal zum Schnuppertraining vorbeizuschauen, findet er "einfach nur schade".

Dabei sind gerade Jungen bei den Tänzern heiß begehrt. So auch bei den Tanzmäusen, die sich aktuell im Umbruch befinden. "Meine Frau ist Anfang 60 und schafft den Aufwand auf Dauer nicht mehr allein", sagt Thomas Lutz. Erik Doebel und Cindy Kuntze, die die Anfängergruppe betreuen, seien "tolle Hilfen" - aber weitere Unterstützung sei herzlich willkommen. "Wer Interesse an einer Mitarbeit in unserem Team hat, kann sich mit dem MTV Horst in Verbindung setzen", so Lutz. Der Verein feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen und ist im Internet auf der Seite www.mtv-horst.de mit seinen Kontaktadressen vertreten.

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