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Elmshorner Nachrichten

20. Juli 2017 | 18:36 Uhr

Tankstelle soll verkauft werden

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Entscheidung Gemeinde Brande-Hörnerkirchen will Immobilie bis spätestens Anfang 2018 wieder in private Hände zurückgeben

Die Gaststätte „Zur Tankstelle“ ist so etwas wie das Zentrum des Dorflebens in Brande-Hörnerkirchen. Seit Anfang 2013 wird das Haus vom Pächter-Ehepaar Olaf und Liane Seidel geführt. Besitzer ist die Gemeinde. Und die plant nun, das Anwesen zu verkaufen. „Bis Anfang 2018 spätestens“, setzt Bürgermeister Siegfried Winter einen Zeitrahmen. Einen Interessenten gebe es bereits.

Gut 5000 Quadratmeter misst das Grundstück, zu dem auch das Nachbarhaus mit acht Wohnungen gehört. „Es ist langfristig besser, die Immobilie wieder in private Hände zu geben“, so Winter über den Grund für das Verkaufs-Vorhaben. Ein privater Besitzer hätte schlichtweg „mehr Interesse, etwas daraus zu machen“. Die Tennishalle hinter der „Tankstelle“ gehöre dem Amt Hörnerkirchen. Sie soll nicht verkauft werden. Damit die Halle aber nach einem Verkauf der Gaststätte überhaupt noch erreicht werden kann, soll zuvor das Wegerecht neu geregelt werden.

Der Pachtvertrag der Seidels läuft Ende des Jahres aus. Auch die jungen unbegleiteten Flüchtlinge, die seit etwa eineinhalb Jahren in der „Tankstelle“ wohnen, werden wohl bald ausziehen. „Maximal waren es 25, jetzt sind es noch fünf oder sechs“, erklärt Winter. Der Kreis habe die Zimmer angemietet, doch da die Jugendlichen Schulen in Elmshorn und Pinneberg besuchen würden, solle nun nach Wohnraum gesucht werden, der verkehrstechnisch günstiger liege.

Kommt es zu einer Einigung mit dem Kaufinteressenten, wird die „Tankstelle“ wohl bald einen neuen Namen bekommen. Die Immobilie bietet außer einem großen Saal eine Kegelbahn, verschiedene Clubräume, Hotelzimmer, Kneipe, einen Billardraum und eine geräumige Eigentumswohnung. Die Verkaufsentscheidung wurde bereits von den Gemeindevertretern abgesegnet. Da die Tennishalle dem Amt Hörnerkirchen gehört, muss im Juni auch noch der Amtsausschuss den Plänen zustimmen.

Geprägt wurde die „Tankstelle“ vor allem von Peter Leisching, der im November 2011 starb. 2008 gab Leisching unserer Zeitung ein Interview, in dem er den Werdegang seines Betriebs Revue passieren ließ. Wo heute die „Tankstelle“ ihren angestammten Platz hat, stand Mitte der 70er-Jahre noch ein alter Schuppen. Der wurde kurzerhand abgerissen. An dessen Stelle entstand eine kleine Gaststätte. Die Großeltern von Peter Leischings Frau Elisabeth besaßen auf dem Vorplatz noch eine Tankstelle. So entstand der für eine Gaststätte prägende Name.

Die „Tankstelle“ wuchs und gedieh. Erst wurden vier Kegelbahnen angebaut, dann der Saal, bevor das Gebäude aufgestockt und um ein Dutzend Hotelzimmer erweitert wurde. Mitte der 90er- Jahre kam die Tennishalle mit vier Spielfeldern hinzu. Da war der Tennisboom bereits wieder am abebben. „Die haben wir wohl zehn Jahre zu spät gebaut“, gab Peter Leisching damals zu. Und da die Halle alles andere als ein Schnäppchen war, gerieten die Finanzen in Schieflage, ehe die Gemeinde die Immobilie kaufte.

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