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Elmshorn : Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Erkämpftes soll verteidigt werden - Referenten von Gewerkschaften sprachen in Elmshorn.

shz.de von
erstellt am 14.Mär.2016 | 13:00 Uhr

Elmshorn | Jedes Jahr am 8. März wird der „Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden“, kurz Weltfrauentag, gefeiert. Am Freitag veranstalteten dazu der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), ver.di, die IG Metall und die Gewerkschaft Erziehung und Bildung (GEW) eine Informations- und Diskussionsrunde zum Thema „Frauenrechte und Asylrecht sind Menschenrechte“.

Eingeladen waren Bettina Jürgensen vom zentralen ver.di-Arbeitskreis „Offensiv gegen Rassismus und Rechtsextremismus“, Dana Gora vom GEW-Landesausschuss Migration, Diversität und Antidiskriminierung und Kabarettistin und Sängerin Jane Zahn. Bettina Jürgensen gab zunächst einen Überblick über die Geschichte des Weltfrauentags. Offiziell begangen wurde er das erste Mal am 19. März Dänemark, Deutschland, Österreich-Ungarn und der Schweiz. Aber auch schon im 18. Jahrhundert kämpften während der französischen Revolution Frauen für die Gleichberechtigung.

Dass die Gleichberechtigung auf dem Papier zwar existiere, stellte Bettina Jürgensen fest, es hapere allerdings noch immer an der Umsetzung. „Auch Frauen heute kennen so ganz nebenbei gemachte Bemerkungen, wenn wir einmal Forderungen stellen“, sagte sie. „Es geht heute darum, Erkämpftes zu verteidigen und gleichzeitig aktuelle Forderungen zu stellen. Frauen und alle anderen Menschen müssen sich gegen Unterdrückung wehren.“

Man müsse aber auch aufpassen, dass der Kampf um Gleichberechtigung nicht missbraucht wird. Als Beispiel nannte Jürgensen die sexuellen Übergriffe in der Silvesternacht in Köln, „nach denen Pegida, AfD, und so weiter die Migranten als Ursache sahen“ und die Frauenrechte so für ihre Propaganda instrumentalisiert hätten. Um die Gleichberechtigung der Frauen zu erreichen, sei auch die Zusammenarbeit mit Männern nötig. „Männer müssen Frauen als gleichberechtigt anerkennen“, so Jürgensen. Sie schloss ihren Vortag mit einem Zitat von Rosa Luxemburg: „Wer Veränderung will, muss selber damit beginnen.“

Danach befasste sich Dana Gora mit der Integration von Migranten ins deutsche Bildungssystem. Die Lehrerin von der Ernst-Barlach-Schule in Wedel stellte dazu das Konzept der „DaZ“-Klassen (Deutsch als Zweitsprache) vor. Dabei werden Migranten in Schulklassen integriert und erhalten zusätzlich Deutschunterricht, der speziell auf die spätere Verwendung in Ausbildung und Beruf ausgelegt ist, anders als zum Beispiel der Unterricht für Fremdsprachen.

In jeder größeren Stadt des Kreises Pinneberg gebe es bereits ein DaZ-Zentrum. „Sprache ist der Schlüssel zum Bildungserfolg und zur Integration“, sagte Gora. Das DaZ-Modell zeige bereits Erfolg, aber es gebe noch Verbesserungsbedarf. So seien die Lehrer nicht für den Umgang mit zum Beispiel Traumata ausgebildet. Auch die unterschiedliche Vorbildung der Schüler bereite Probleme. Besonders allerdings fehle Personal, viele Lehrer kümmern sich bisher freiwillig und zusätzlich zu ihrer regulären Arbeitszeit um die Schüler. „Wir fordern deshalb mehr pädagogische Fachkräfte und eine verstärkte und qualifizierte interkulturelle, diversitätsbewusste und rassismuskritische Bildung“, so Gora.

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