zur Navigation springen

Elmshorn : Tag der offenen Tür beim Polizeihundeverein

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Es gab sogar eine Modenschau zu bewundern. Und auch ein Hunderennen sorgte für gute Unterhaltung.

shz.de von
erstellt am 20.Aug.2014 | 12:00 Uhr

Elmshorn | Sissi führt einen leuchtend pinken Kapuzen-Strickpullover vor. „Die fühlt sich immer ganz vornehm damit,“ erzählt ihre Elmshorner Besitzerin Nadine Peplow vom Bekleiden ihrer Spitzhündin. Sissi ist schon 16 Jahre alt und friert im Winter leicht, da kann sie Gestricktes gut gebrauchen. Beim Tag der offenen Tür des Elmshorner Polizeihundevereins zeigte sie ihr neuestes Modell in einer Modenschau.

Die Idee dazu stammt von Kirsten Krickhan. Die Elmshornerin strickt leidenschaftlich gern, hat zwei Hunde und ist Mitglied im Polizeihundeverein: „Wir brauchten noch einen Aufhänger für den Tag der offenen Tür, und da dachte ich, eine Modenschau wäre doch ganz witzig.“ Dass ihre Modelle auch praktisch sind, betont Kerstin Guttenberg: Für ihre fast neunjährige Schäferhündin hat Krickhan einen Pullover mit einem Fach auf dem Rücken entworfen, in das bei Bedarf ein Körnerkissen zum Wärmen gesteckt wird.

Aber die Frauen haben nicht viel Zeit zum Klönen, gleich sind sie mit der nächsten Vorführung dran, einer Gruppenchoreografie. „Ein bisschen wie eine Quadrille in der Reiterei“ sei das, erklärt Anleiterin Guttenberg: 13 Hundeführer bewegen sich in wechselnden Formationen über den Platz und absolvieren dabei Unterordnungs-Übungen mit ihren Hunden: ablegen und abrufen, ohne Bellen an anderen Hunden vorbeigehen, sauber bei Fuß laufen.

Kommentiert wird das Ganze über Lautsprecher vom Vereinsvorsitzenden Oliver Joffroy. Das Mikro wanderte am Sonnabend durch mehrere Hände, in verschiedenen Vorführungen wurde demonstriert, was mit Hunden möglich ist.

Die rund 70 Mitglieder des Polizeihundevereins – der Name ist historisch, heute kann dort jeder mitmachen – betreiben Hundesport in vier verschiedenen Disziplinen: Unterordnung, Fährtenarbeit, Schutzdienst und Agility. Einmal im Jahr laden sie auf ihren Platz am Wald von Sibirien zum Tag der offenen Tür. Mit Vorführung, Kaffee kochen, Wurst grillen oder Ordnerdiensten sind dann „eigentlich alle“ Mitglieder eingespannt, erzählt Pressewart Thomas Sommer. Der Bundespolizist hat seine Kollegen eingeladen, die führen vor, wie ein Polizei-Diensthund arbeitet. Ein flüchtender Verdächtiger hat keine Chance, wenn Merle Christian ihre Alvira hinterherschickt; bleibt der Mann stehen, setzt sie sich vor ihn und passt auf, dass er sich nicht rührt. Läuft er weiter, reißt sie ihn mit einem Sprung aus dem vollen Lauf zu Boden und lässt seinen Arm erst los, wenn Christian es befiehlt.

Anke Tinnefeld aus Elmshorn ist mit ihrer Tochter Nina und ihrer Hündin Sara eher wegen des spielerischen Teils gekommen. Zwischen den Vorführungen wird auf der Wiese ein Agility-Parcours zum Ausprobieren aufgebaut. „So etwas hat man ja nicht zu Hause“, sagt Tinnefeld und testet mit Sara Tunnel und Reifen aus, eine Frau aus dem Verein hilft dabei.

Rolf Krueger aus Uetersen sitzt auf seinem kleinen Hocker, neben sich Border Terrier Lois: „Sitzen, gucken, sich amüsieren“. Nachmittags startet der Programmpunkt, der ihn am meisten interessiert, das Hunderennen. Er lässt seinen Lois im Sommer bei den drei offenen Rennen in Elmshorns Umgebung antreten, das ist sein Ausgleich zur Pflege seiner Frau, die vor acht Jahren zum Pflegefall wurde.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen