Hafenbereich in Elmshorn : Suche nach Bomben: Südufer wird voll gesperrt

Am Südufer des Hafens beginnt Montag die Suche nach Kampfmitteln. Grund: Es sollen ein Pumpenhaus (l.) gebaut und Versorgungsleitungen verlegt werden.
Am Südufer des Hafens beginnt Montag die Suche nach Kampfmitteln. Grund: Es sollen ein Pumpenhaus (l.) gebaut und Versorgungsleitungen verlegt werden.

Der Hafenbereich ist Kampfmittelverdachtsgebiet. Vor dem Bau von Pumpenhaus und Versorgungsleitungen muss der Boden kampfmittelfrei sein. Parkplätze drei Monate nicht nutzbar.

shz.de von
24. Juli 2015, 10:00 Uhr

Elmshorn | Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg, Granaten, alte Geschütze – liegt das alles verborgen unter dem Straßenpflaster am Südufer des Elmshorner Hafens? Genau kann das niemand sagen. Fakt ist: Das Hafengelände ist Kampfmittelverdachstgebiet. Und deshalb wird von Montag an drei Monate nach im Boden verborgenen Kriegsresten gesucht. 

Grund der groß angelegten Suche nach Kampfmitteln aus dem Zweiten Weltkrieg ist das Vorhaben Elmshorns, die Innenstadt umzubauen. Grundvoraussetzung für die Umsetzung der Pläne sind der  Bau des  Pumpenhauses am Südufer sowie die dazugehörigen Versorgungsleitungen. Doch bevor das Haus erstellt  und die Leitungen verlegt  werden können, muss erst geklärt werden, was im Boden lagert. Diese Suche ist allerdings aufwendig und teuer. Rund 250.000 Euro muss die Stadt hinblättern, so Petra Langefeld, Leiterin des städtischen  Flächenmanagements. Bitter für die Bürger: Während der dreimonatigen Arbeiten wird das Südufer für den Verkehr voll gesperrt. Parken wird nicht mehr möglich sein. Derzeit geht die Stadt davon aus, dass das Hafenfest stattfinden kann. Sollte allerdings eine Bombe entdeckt werden, könnte die Feier  ins Wasser fallen.

Vor 70 Jahren war der Zweite Weltkrieg vorbei. Doch seine Nachwirkungen dauern an. Aufgrund von in jüngster Zeit freigegeben Fotos der damaligen Alliierten, steht fest, was die Älteren ohnehin schon wussten: In der Elmshorner Innenstadt und damit auch rund um den Hafen sind damals etliche Bomben abgeworfen worden. Und das bereitet nicht nur erhebliche Kosten, sondern auch eine Menge Ärger.

Bei jeder Baumaßnahme ist es vorgeschrieben, beim Land zu erfragen, ob die Fläche kampfmittelfrei ist, so Petra Langefeld, Leiterin des städtischen Flächenmanagements und Heike Meier, Ingenieurin der Stadtentwässerung. Der Elmshorner Hafenbereich ist als Kampfmittelverdachtsgebiet eingestuft. Und deshalb muss nun der Boden untersucht werden. Eine Suche per Radar sei bedauerlicherweise nicht möglich, so Meier, da auf den Boden rund 1,5 Meter Bauschutt aufgeschüttet worden sei. Nun wird mit Sonden gearbeitet. Die werden rund sechs Meter in den Boden getrieben. Die Arbeiten übernimmt die Firma WIWA Kampfmittelbergung. Die Verantwortung dafür, dass der Boden anschließend kampfmittelfrei ist, hat der Kampfmittelräumdienst. „Die Kosten tragen wir“, sagte Langefeld. 245.000 Euro werden das voraussichtlich sein. „Dass untersucht werden muss, war uns klar. Dass es so aufwendig wird, hat uns doch überrascht“, sagt Meier.

Ärgerlich für die Stadt

Die Ergebnisse der Untersuchungen werden ausgewertet, anschließend wird festgelegt, ob etwas geborgen werden muss. Das würde sehr aufwendig. Denn im Untergrund des Hafengeländes verlaufen zwei Wasserleiter. „Der untere ist mit Arsen belastet“, sagt Heike Meier. Dieser soll natürlich so weit wie möglich unberührt blieben. Deshalb wird im Falle einer notwendigen Räumung ein Betonring in den Boden eingelassen. Innerhalb des Rings werden dann Taucher die Kampfmittel bergen.

Das ist alles ist schon ärgerlich genug für die Stadt. Doch während der Arbeiten wird zudem das Südufer voll für den Lkw- und Pkw-Verkehr gesperrt. Fußgänger und Radfahrer sind nicht betroffen. Die Zufahrt zu den Köllnflockenwerken ist zum Be- und Ausliefern sowie für Notfälle für die Feuerwehr gewährleistet.

„Das Parken im Bereich des Südufers wird voraussichtlich drei Monate lang nicht mehr möglich sein“, sagt Langefeld. Als Parkmöglichkeiten stünden die Stellplätze am ehemaligen Sky-Markt, auf dem Parkdeck am Nordufer sowie im Parkhaus des „Neuen Marktes“ zur Verfügung.

Das Hafenfest kann stattfinden, hoffen Langefeld und Meier. „Natürlich nur unter der Voraussetzung, dass keine Kampfmittel gefunden werden.“ Die Aktion am Hafen ist nur der Auftakt der Kampfmittelsuche. In den nächsten Jahren soll der gesamte Innenstadtbereich umgebaut werden. Der liegt komplett im Kampfmittelverdachtsgebiet.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen