ADFC-Klimatest : Stresstest für Elmshorns Radverkehr

119 Radfahrer hatten 2016 die Situation in Elmshorn bewertet. Der ADFC Elmshorn hofft, dass es beim Test 2018 deutlich mehr werden.

119 Radfahrer hatten 2016 die Situation in Elmshorn bewertet. Der ADFC Elmshorn hofft, dass es beim Test 2018 deutlich mehr werden.

Test 2018 startet am 1. September. Elmshorner können sich über eine Online-Umfrage beteiligen.

shz.de von
02. August 2018, 12:30 Uhr

Elmshorn | Gesamtnote 4. Nur Durchschnitt. Beim bundesweiten ADFC-Fahrradklima-Test 2016 konnte Elmshorn in der Kategorie der Städte unter 50.000 Einwohner wahrlich nicht glänzen. Jetzt sind die Radfahrer in Elmshorn erneut aufgefordert, zu bewerten, wie fahrradfreundlich die Stadt ist. Vom 1. September bis zum 30. November läuft die Umfrage. Der Fragebogen kann online ausgefüllt werden.

Ergebnisse im Frühjahr 2019

Unter anderem geht es um die Infrastruktur, die Sicherheit, den Komfort und den Stellenwert, den das Radfahren einnimmt. Der Test wird vom Bundesverkehrsministerium gefördert. Die Ergebnisse sollen im Frühjahr 2019 vorliegen.

ADFC-Chef Holger Cordes  sieht Elmshorn auf einem guten Weg.
Christian Brameshuber
ADFC-Chef Holger Cordes sieht Elmshorn auf einem guten Weg.
 

Gesamtnote 4: „Ich wäre überrascht, wenn Elmshorn diesmal besser abschneidet“, sagt Holger Cordes, Chef des ADFC in Elmshorn. Das läge vor allem daran, dass die Teilnehmer eher kritisch urteilen würden. Denn eines attestiert Radexperte Cordes der Stadt ohne Wenn und Aber. „Elmshorn ist in puncto fahrradfreundliche Stadt auf dem richtigen Weg.“ Er verweist vor allem auf das Veloroutenkonzept, das zwar schon seit Jahren auf dem Tisch läge, jetzt aber auch endlich konsequent umgesetzt werde. „Da ist wirklich etwas passiert, wurde auch das nötige Fachpersonal eingestellt“, lobt der ADFC-Chef.

Radwege in katastrophalen Zustand

Die andere Seite der Medaille: Radwege in schlechtem oder sogar katastrophalem Zustand. Das hatten nicht nur die Elmshorner Radfahrer beim ADFC-Klimatest 2016 moniert. Laut Cordes gibt es bis heute immer wieder Beschwerden über den Zustand vieler Radwege im Stadtgebiet. „Natürlich wäre es wünschenswert, wenn mehr Finanzmittel zur Verfügung stünden“, sagt der 54-Jährige. Bisher stehen pro Jahr 250.000 Euro für die Sanierung von Radwegen im Etat bereit.

Das Stadtradeln als Erfolgsprojekt. Die „Eselsbrücke“ als zusätzlicher Teil des Veloroutenkonzepts. Die Ausweisung von Fahrradschutzstreifen. Der Bau einer neuen Fahrradgarage am Bahnhof. Keine Frage. Elmshorn hat sich auf den Weg gemacht. „Der Radverkehr gewinnt auf lokaler Ebene an Bedeutung“, hatte auch Elmshorns Klimaschutzbeauftragter Markus Pietrucha festgestellt. Mehr Elmshorner, mehr Pendler sollen in Zukunft vom Auto aufs Rad umsteigen. Damit die Stadt nicht im Verkehr erstickt. Damit der Kohlendioxidausstoß verringert wird.

Stadt der kurzen Wege

„Geschätzt werden heute in Elmshorn 20 Prozent aller Fahrten mit dem Rad unternommen. Das ist im Vergleich zu anderen Städten schon ein guter Wert“, sagt ADFC-Mann Cordes. Elmshorn sei die Stadt der kurzen Wege. Das Rad ein perfektes Verkehrsmittel.

119 Radfahrer hatten 2016 die Situation in Elmshorn bewertet. Cordes hofft, dass es beim ADFC-Test 2018 deutlich mehr werden. Und wer weiß, vielleicht wird Cordes am Ende ja doch überrascht und Elmshorn ist schon etwas besser als nur Durchschnitt. Weitere Infos zum Fahrradklima-Test gibt es hier.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen