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Festakt im Kreis Pinneberg : Streit um Einladung an EU-Präsidenten Martin Schulz

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Heute findet der Festakt zum 70-jährigen Bestehen des Kreistages statt. Dabei gibt es Zoff um die Einladung an Martin Schulz.

shz.de von
erstellt am 11.Jan.2016 | 00:32 Uhr

Kreis Pinneberg | Mit einem Festakt wird heute im Kreistag das 70-jährige Bestehen des Gremiums gefeiert. Doch es gibt Zoff. Im Mittelpunkt steht Martin Schulz (SPD), Präsident des EU-Parlaments. Kreispräsident Burkhard Tiemann (CDU) hat ihn eingeladen. SPD-Fraktionschef Hannes Birke ist stocksauer, er spricht von „Schein-Einladung“.

Der EU-Präsident wurde von Tiemann am 18. Dezember eingeladen. „Eine Frechheit. Zu diesem Zeitpunkt sind die Menschen überall im Weihnachts- und Silvesterurlaub“, schimpft Birke. Reinhard Sager, Präsident des Deutschen Landkreistags, der die Festrede hält, sei viel eher angeschrieben worden. Er selbst bekomme Einladungen, die wesentlich kurzfristiger terminiert seien, hält Tiemann dagegen. Darunter sei eine zum Neujahrsempfang der SPD Rellingen am 9. Januar, die am 6. Januar eingegangen sei.

Birke geht davon aus, dass Tiemann den EU-Präsidenten habe vorführen wollen. Denn der hatte sich einst mit einer Äußerung den Zorn mehrerer Kreistagspolitiker zugezogen: „Wir vertreten 500 Millionen Menschen, aber wir haben eine Wahrnehmung wie der Kreistag von Pinneberg“, hatte er die seiner Ansicht nach mangelnde Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit für das EU-Parlament beklagt.

Tiemann hatte Schulz schon damals in den Kreistag eingeladen. Der Sozialdemokrat hatte auch kommen wollen, aber bislang war kein passender Termin gefunden worden. Nun der nächste Anlauf. „Um die Wahrnehmung des europäischen Parlaments, aber auch des Pinneberger Kreistages in der Öffentlichkeit zu stärken, möchte ich die Gelegenheit nutzen, Sie zu diesem besonderen Festakt einzuladen. Dies scheint mir angemessen, nachdem Sie 2013 zu Recht die fehlende Wahrnehmung öffentlich bemängelt haben“, sagt Tiemann in seinem Brief. Er habe immer gesagt, dass er weiter versuchen werde, Schulz zu einer Kreistagssitzung zu bekommen, erklärt der Kreispräsident. Für Birke bleibt die ganze Sache dennoch „ein unmöglicher Vorgang“.

Tiemann wird heute ebenfalls eine Rede halten. Vor ihm spricht Birke, das dienstälteste Kreistagsmitglied. Ob er das Thema Martin Schulz erwähnen wird, ist offen. Doch Birke hat in seiner 42-jährigen Zugehörigkeit zum Kreistag nie ein Blatt vor den Mund genommen. Unwahrscheinlich, dass er heute damit anfängt.

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