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1,5 Meter Abstand : Straßenverkehr für Radfahrer soll sicherer werden

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Die Fahrrad-AG der Stadt Elmshorn will mit neuen Schildern den Straßenverkehr für Radfahrer sicherer machen.

shz.de von
erstellt am 22.Sep.2017 | 16:00 Uhr

Elmshorn | Konfliktpotential zwischen Radfahrern und Autofahrern gibt es mehr als genug. Besonders viel Streit gibt es, wenn sich die Verkehrsteilnehmer die Straße teilen, etwa, weil es keinen Radweg gibt oder sich ein Schutzstreifen für Radfahrer auf der Fahrbahn befindet. Radfahrer fühlen sich schnell von zu dicht vorbeifahrenden Autos bedrängt – und Autofahrer schimpfen über Fahrradfahrer, die mitten auf der Straße fahren. Dabei ist es klar geregelt, wieviel Abstand ein Autofahrer beim Überholen halten muss.

Darauf will jetzt Ellen Unger vom Flächenmanagement der Stadt Elmshorn aufmerksam machen. Gemeinsam mit ihren Kollegen hat sie sechs neu entwickelte Schilder an drei besonders konfliktträchtigen Stellen in Elmshorn aufgehängt. Darauf zu sehen sind ein Auto und ein Radfahrer auf grünem Grund. Zwischen den beiden Verkehrsteilnehmern ist ein Pfeil mit dem Abstand von 1, 5 Metern eingezeichnet. „In der Straßenverkehrsordnung ist der einzuhaltende Abstand zwar nicht festgelegt“, erklärt Unger. „Aber das Oberlandesgericht Hamm hat entschieden, dass Autofahrer mindestens 1,5 Meter Abstand einhalten müssen.“

Das entspricht etwa der Hälfte einer Fahrspur. Wenn ein Autofahrer auf die Gegenfahrbahn ausweicht, ist er also auf jeden Fall auf der sicheren Seite. Bei Lkws oder wenn auf einem Fahrrad ein Kind transportiert wird, müssen sogar zwei Meter Abstand eingehalten werden.

Der Grund für die Schilder-Aktion: „Wir kriegen immer wieder Beschwerden, weil Autofahrer zu dicht auffahren“, sagt Unger. „Das ist ein Problem, das es in vielen Städten gibt. Den meisten Autofahrern ist der einzuhaltende Abstand überhaupt nicht bekannt. Dafür wollen wir sensibilisieren.“ Die Arbeitsgruppe Radverkehr führt jedes Jahr eine solche Sensibilisierungsaktion durch. In den vergangenen beiden Jahren waren es Graffiti mit Geisterfahrern, die Radfahrer darauf hinweisen sollten, auf der richtigen Straßenseite zu fahren.

Jetzt sind es eben die neuen Schilder, das Design stammt aus Rostock. An drei Standorten hat das Flächenmanagement die Schilder platziert: Zwei Schilder hängen im Gewerbegebiet Grauer Esel in der Daimlerstraße, wo der neue Radweg Eselsbrücke endet. „Bei der Planung des Gewerbegebiets wurde keine Radinfrastruktur berücksichtigt. Deshalb ist das hier ein Gebiet, in dem es oft zu Konflikten kommt“, erklärt Unger. Die Geschwister-Scholl-Straße, der zweite Schilder-Standort, ist ohnehin schon sehr eng und unübersichtlich. Außerdem soll dort bald der Startpunkt der „Eselsbrücke“ verlaufen, über die Elmshorner und Pendler ins Gewerbegebiet gelangen können.

Der dritte Standort befindet sich in der Besenbeker Straße, einer Wohnstraße, in der viele Autos am Straßenrand parken, wodurch die Straße ebenfalls sehr unübersichtlich und eng wird. „Für die nächsten Wochen werden die Schilder dort hängen bleiben“, sagt Unger. „Später können die Schilder dann auch an anderen Standorten angebracht werden – zum Beispiel, wenn wir Hinweise aus der Bevölkerung bekommen.“

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