Tote Rinder von Bokholt-Hanredder : Strafanzeige gegen den Amtsleiter

Die Tierschutzorganisation Peta geht auch gegen Jäger und Veterinärsamt vor.

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03. Dezember 2014, 10:00 Uhr

Bokholt-Hanredder | Die Abschuss-Aktion von Bokholt-Hanredder im Kreis Pinneberg, bei der 21 Rinder getötet worden sind, wird ein juristisches Nachspiel haben. Die Tierrechtsorganisation Peta hat bei der Staatsanwaltschaft Kiel Strafanzeige erstattet gegen den Leiter des Ordnungsamts Rantzau, Mitarbeiter des Kreisveterinäramtes und gegen die Jäger, die die Tiere abgeschossen hatten.

Die Rinder waren von einer Weide in Bokholt-Hanredder ausgebrochen. Nach Angaben von Rainer Schattauer, Leiter des Ordnungsamts Rantzau, waren sie völlig verwildert. Es habe unter anderem die Gefahr bestanden, dass sie auf die Autobahn 23 gelaufen wären. Nach Beratung mit dem Kreisveterinäramt habe er den Abschuss angeordnet. Er habe keine andere Möglichkeit gesehen.

Das beurteilen die Tierschützer von Peta völlig anders. Es wäre durchaus möglich gewesen, mit der Sperrung von Straßen etwaige Gefahren für die öffentliche Sicherheit auszuräumen.

Da der Abschuss „nicht durch einen vernünftigen Grund gerechtfertigt war“, sieht die Tierrechtsorganisation darin eine Straftat nach Paragraph 17 Tierschutzgesetz. „Der schonungslose Umgang mit den Tieren ist erschreckend. Die Behörde hat im Zusammenspiel mit der Jägerschaft eine ganze Herde in Wildwest-Manier abschießen lassen, anstatt tiergerechte Möglichkeiten wie Betäuben oder Einfangen zu ergreifen“, so Krishna Singh, Rechtsanwalt bei Peta Deutschland. „Wir hoffen auf eine neutrale und gründliche Aufarbeitung der Geschehnisse durch die Strafverfolgungsbehörden“, sagt der Tierschützer. 

Bei Highland-Rindern und Galloways handele sich um friedliche und umgängliche Tiere, so Peta. Es sei möglich, auch große Tiere durch gezielte Betäubungsschüsse von Straßen und anderen Orten fernzuhalten. Eine solche Vorgehensweise, so die Tierschützer, wäre die tierschutzrechtlich richtige Option gewesen.

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