Autoliv : Stellenabbau in Elmshorn gestoppt

„Damit sind angekündigten Entlassungen vom Tisch": Geschäftsführung einigt sich mit Betriebsrat und Gewerkschaft. Bis Ende des nächsten Jahres wird es keinen Abbau von Stammarbeitsplätzen im Produktionsbereich am Standort Elmshorn geben.

shz.de von
05. November 2013, 12:00 Uhr

Die Stammbelegschaft des Automobilzulieferers Autoliv atmet tief durch. Betriebsrat und Geschäftsführung des Unternehmens haben eine Vereinbarung unterzeichnet, nach der es bis Ende 2014 keinen Abbau von Stammarbeitsplätzen im Produktionsbereich am Standort Elmshorn geben wird. Klaus Brüggemann, Vorsitzender des Betriebsrates, ist zufrieden: „Damit sind die für das nächste Jahr angekündigten Entlassungen vom Tisch!“

Allerdings mussten die Parteien gegenseitig Zugeständnisse machen. So wird die Zahl der derzeit beschäftigten Zeitarbeitskräfte schrittweise reduziert. Betriebsrat und Gewerkschaft müssen zudem auch die damit verbundenen und vom Management geforderte Produktionsverlagerungen an osteuropäische Standorte von Autoliv mittragen. Positiv: Die Vereinbarung zwischen Management und Arbeitnehmervertretern sieht vor, am Standort Elmshorn den Aufbau von Arbeitsplätzen im Ersatzteil- und Nischenmarkt voranzutreiben, damit die Stammbelegschaft von knapp 300 Mitarbeitern in der Produktion erhalten werden kann. Für die Unternehmensführung bedeutet die Einigung, dass sie von betriebsbedingten Kündigungen Abstand nimmt.

Der Einigung vorausgegangen war ein monatelanges Ringen um den Erhalt von Arbeitsplätzen. Das Management wollte bis zu 80 Beschäftigte im Produktionsbereich im Laufe des Jahres 2014 abbauen. Hintergrund war eine aus Konzernsicht unbefriedigende Geschäftsaussicht aufgrund anhaltender Absatzrückgänge in der europäischen Automobilindustrie (EN vom 17. Juli 2013).

Aus dem Unternehmen heißt es nun: Beide Seiten hätten zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein befriedigendes Ergebnis erzielt, das ein Optimum an gegenseitigen Zugeständnissen widerspiegle. Kai Trulsson, Bevollmächtigter der IG Metall Unterelbe, meint: „Damit kehrt endlich wieder Ruhe ein im Betrieb.“ Bei Autoliv sind aktuell etwa 1000 Mitarbeiter beschäftigt. Die deutschen Niederlassungen des schwedischen Weltkonzerns erzielten im vergangenem Jahr einen Umsatz von etwa 600 Millionen Euro.

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