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Autobahnen A7 und A23 : Stau-Chaos: Spediteure fordern Maut-Rabatt

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Die zahlreichen Baustellen im Land sind ein Logistikalptraum: Der Unternehmensverband beziffert den Schaden auf 48 Millionen Euro - und fordert Wiedergutmachung.

shz.de von
erstellt am 11.Sep.2013 | 06:00 Uhr

Elmshorn | Das Verkehrschaos auf den Autobahnen trifft die Speditionsbranche hart. Ob A7 oder A23 – beide Hauptverkehrsadern sind dicht. Den Weg nach Norden erschwert die Sanierung der Rader Hochbrücke seit Ende Juli, der Weg gen Süden ist seit dem Start der Gleisarbeiten auf der Bahnstrecke Elmshorn-Pinneberg jeden Morgen durch tausende Pendler, die aufs Auto umgestiegen sind, verstopft.

„Die Situation ist katastrophal“, sagte Niels Möller, Geschäftsführer des in Elmshorn ansässigen Unternehmens Norddeutsche Transport Logistik GmbH (NTL). Die Staus würden die Speditionen viel Zeit und damit Geld kosten. Das bestätigte auch Klaus Rekautsch, Geschäftsführer von RS Logistik mit Sitz in Appen. „Derzeit benötigen wir morgens eine bis anderthalb Stunden mehr nach Flensburg.“

Er und Möller sind vor allem sauer, dass die Hochbrücke zeitgleich mit dem Rendsburger Kanaltunnel saniert wird. „Das nimmt uns die einzige vernünftige Alternative“, sagte Rekautsch. Genau beziffern ließe sich der durch die längeren Fahrzeiten entstehende Verlust nicht, sagen Unternehmer.

Zahlen kann der Unternehmensverband Logistik (UVL) Schleswig-Holstein liefern. Von 48 Millionen Euro Schaden für die Branche spricht dessen Geschäftsführer Thomas Rackow. Im Gespräch mit unserer Zeitung forderte er gestern eine Entschädigung für die Spediteure. „Wir wollen einen Teilerlass der Mautkosten oder der Mineralölsteuer“, sagte Rackow.

Erste Gespräche mit der Landesregierung seien bereits geführt worden. Auch eine Klage sei immer noch möglich. „Wir prüfen das“, so der UVL-Geschäftsführer. „Seit 2009 sind die Schäden an der Rader Hochbrücke bekannt – und jetzt wurde sie von einem Tag auf den anderen gesperrt. Das kann nicht sein.“

Niels Möller unterstützt die Forderung nach einem Ausgleich. „Pro Lkw zahlen wir im Monat zwischen 1200 und 1700 Euro Maut, die für den Straßenbau verwendet werden soll. Und jetzt stehen wir vor diesem Drama“, sagte der NTL-Geschäftsführer. Die Unternehmen blieben auf den Kosten sitzen: „Kein Kunde ist bereit, mehr zu zahlen, weil wir länger brauchen als sonst.“

Das Verkehrsministerium in Kiel hält sich bedeckt, was die Forderung nach Maut- oder Steuererlass angeht. Minister Reinhard Meyer (SPD) sagte lediglich: „Das ist ein generelles Problem in Deutschland. Wir brauchen vor allem eine gesellschaftliche Debatte darüber, was uns die Infrastruktur wert ist.“

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