Pädagogik : Statt einer neuen Grundschule werden in Elmshorn Schulen ausgebaut

Für den Bau von zwei neuen Schulen in Elmshorn – neben einer Grundschule eine zusätzliche Gemeinschaftsschule – hatten sich im Juli 2017 Schulelternbeiräte aus Elmshorn und dem Umland stark gemacht.
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Für den Bau von zwei neuen Schulen in Elmshorn – neben einer Grundschule eine zusätzliche Gemeinschaftsschule – hatten sich im Juli 2017 Schulelternbeiräte aus Elmshorn und dem Umland stark gemacht.

Die Entscheidung ist gefallen: Zwei bestehende Einrichtungen sollen ausgebaut werden. Die Neubaupläne fanden wenig Unterstützer.

shz.de von
09. Januar 2018, 17:00 Uhr

Elmshorn | Damit ist der Bau einer weiteren Grundschule in Elmshorn wohl vom Tisch. Der Schulausschuss hat sich einstimmig dafür ausgesprochen, dass die Kapazitäten an der Friedrich-Ebert-Schule und an der Grundschule Kaltenweide auf fünf Züge erhöht werden. Die für die Aufstockung benötigten Räumlichkeiten sollen geschaffen werden. Für diese Lösung hatten sich auch die Schulleiter an den bestehenden sechs Elmshorner Grundschulen ausgesprochen. Die Neubaupläne stießen auf wenig Zustimmung. Eine weitere Grundschule in Elmshorn „sehen wir als nicht erforderlich an“ heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme.

Für den Bau von zwei neuen Schulen in Elmshorn – neben einer Grundschule eine zusätzliche Gemeinschaftsschule – hatten sich im Juli 2017 Schulelternbeiräte aus Elmshorn und dem Umland stark gemacht. Hintergrund war der Schulentwicklungsplan bis 2029. Danach sollen die Zahlen weiter steigen. Noch mehr Kinder und Jugendliche an den Einrichtungen, die heute schon rappelvoll sind: Dass akuter Handlungsbedarf besteht, ist allen Verantwortlichen klar. Vor allem wie es im Bereich der weiterführenden Schulen weitergehen soll, ist umstritten. Zumal noch niemand absehen kann, wie sich die vom Land beschlossene Rückkehr zu G9 an den Gymnasien auf die Schülerzahlen auswirkt.

Die Elmshorner SPD sieht an den beiden Gymnasien und den drei Gemeinschaftsschulen einen höheren Bedarf, als dies die bisher vorgelegten Zahlen ausweisen. Denn innerhalb der Wohnquartiere finde zurzeit ein Umbruch statt. Ältere Menschen zögen weg, jüngere Familien ein. Die Sozialdemokraten lehnen es ab, die Erich Kästner Gemeinschaftsschule (KGSE) weiter dauerhaft neunzügig zu belassen.

Prognosen zu niedrig?

Auch Andreas Weßling, Leiter der KGSE, ging in seiner Stellungnahme davon aus, dass die Prognosen der künftigen Schülerzahlen zu gering ausfallen. Aus Sicht seiner Schule scheint eine kombinierte Grund- und Gemeinschaftsschule sinnvoll, um Schwankungen bei den Schülerzahlen abpuffern zu können. Die Außenstelle Ramskamp muss die Schule weiter nutzen, obwohl dies in den ursprünglichen Planungen der Stadt gar nicht vorgesehen war. Das Urteil an der KGSE ist eindeutig: Eine auch nur teilweise Erweiterung der KGSE an beiden Standorten auf neun Züge kann die zu erwartenden Schülerzahlen an Gemeinschaftsschulen nicht bewältigen. „Die Existenz der KGSE als erfolgreiche Schule ist damit gefährdet.“

Auch die FDP vermutet, dass Elmshorn mit höheren Schülerzahlen rechnen muss, als im Schulentwicklungsplan ausgewiesen. Die CDU will die Zahlen genau beobachten. Die Grünen raten dazu, die Bedenken der Schulleiter ernst zu nehmen. Von stagnierenden Zahlen an den Gymnasien geht Peter Rosteck, Leiter des Bismarckgymnasiums, jedenfalls nicht aus. Seine Kollege Uwe Lorenzen von der Elsa-Brändström-Schule stimmt zu – vor allem angesichts von G 9. Der Bau einer weiteren Gemeinschaftsschule könne erforderlich sein.

Das sieht Volker Pohlmann, Leiter der Boje-C.-Steffen-Gemeinschaftsschule, anders. Es sei fraglich, ob die Mindestgröße erreicht werden könne. Eine größere Schule habe bessere Möglichkeiten, ein attraktives Angebot aufrecht zu erhalten. Eine Entscheidung bei den weiterführenden Schulen in Elmshorn wurde noch nicht getroffen.

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