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Polizei Elmshorn : Ständige Wechsel sorgen für Unmut

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

In den vergangenen Jahren gab es ständig neue Revierleiter in Elmshorn. Zuvor war Peter Clüver fast 33 Jahre lang Chef.

Elmshorn | Gut, die Zahl der HSV-Trainer ist noch nicht erreicht. Der Krisenverein hat, ohne Interimstrainer, in den vergangenen neun Jahren neun Übungsleiter verschlissen. Doch mit fünf Revierleitern hatten es auch die Polizisten des Elmshorner Reviers in diesem Zeitraum zu tun. Das ist immerhin einer mehr als Borussia Dortmund im selben Zeitraum an Trainern hatte. Und dieser häufige Wechsel sorgt für Unmut bei vielen Beamten.

Bis 2005 herrschte Ruhe am Polizeirevier Elmshorn: Fast 33 Jahre lang war Peter Clüver Chef. Doch dann ging’s Schlag auf Schlag: Frank Ritter wurde Nachfolger von Clüver und neuer Leiter des Reviers an der Moltkestraße. Er blieb immerhin noch fünfeinhalb Jahre. Dann wechselte er nach Itzehoe und wurde dort Leiter eines Stabsbereichs der Direktion. Ihm folgte Sven Adomat. Der hatte nach seiner Ausbildung bereits einige Jahre in Elmshorn gearbeitet. Er freue sich, nach Elmshorn zurückzukehren, sagte der damals. Das war im Oktober 2010.

Doch die Freude hielt nicht lange an, genau gesagt, gerade mal zwei Jahre. Dann, im Oktober 2012, begann bei der Polizei im Kreis Pinneberg ein Wechselspiel: Adomat übernahm die Leitung der Kooperativen Regionalleitstelle in Elmshorn. Seine Aufgaben als Leiter des Polizeireviers Elmshorn bekam der Leiter des Polizeireviers Rellingen, Mike Schirdewahn. Das Ziel des Austausches sei eine Überprüfung interner Abläufe, insbesondere in der Zusammenarbeit zwischen Dienststellen und der Regionalleitstelle, hatte damals Polizeisprecherin Sandra Rüder gesagt. Ein Jahr sollte dieser „Blick über den Zaun“ bei der Polizei dauern. Tat er auch. Schirdewahn ist mittlerweile wieder in Rellingen. Doch Adomat kam nicht, wie erwartet, nach Elmshorn zurück. Er arbeitet nun in Kiel in einer Arbeitsgruppe mit, die sich um die Erneuerung der Kooperativen Regionalleitstelle in Elmshorn kümmert.

Stattdessen bekamen die Elmshorner Polizisten den nächsten Chef: Carsten Rapp (39). „Der ist wirklich nett und kompetent, aber wir müssen uns schon wieder auf einen neuen Revierleiter einstellen“, sagt einer der rund 85 Beamten des Elmshorner Reviers. Jeder neue Chef müsse sich erst wieder einarbeiten. Und kaum habe er das gemacht, sei er schon wieder weg, so die Kritik.

Und warum gibt es ständig Wechsel an der Führung des Polizeireviers? Die Antwort von Thomas Giebeler, Sprecher des Kieler Innenministers, ist wenig aufschlussreich: „Wechsel an der Spitze eines Reviers oder in anderen Führungsfunktionen geschehen stets aus dienstlichen Gründen. In einigen wenigen Einzelfällen kann das dazu führen, dass eine Dienststelle davon häufiger betroffen ist.“ Welche dienstlichen Gründe im Einzelnen zu den jeweiligen Wechseln in Elmshorn geführt hätten, könne er nicht sagen, da es sich um interne Personalentscheidungen handele.

Aus Sicht von Elmshorner Beamten ist die Aufstockung der Revierleiterstelle vom gehobenen zum höheren Dienst der Hauptgrund. Für Beamte des gehobenen Dienstes, wie Clüver, sei die Revierleitung das Ende des Erreichbaren gewesen, für Beamte des höheren Dienstes sei sie nur ein Sprungbrett für weitere Aufgaben.

Rapp kann den Unmut einiger seiner Kollegen angesichts der vielen Wechsel nachvollziehen. Ihm gefällt es allerdings in Elmshorn sehr gut. Am Posten des Revierleiters schätzt er vor allem die „große Bandbreite der Aufgaben“. Rapp hat 1996 bei der Polizei angefangen, mehrere Jahre in Kiel Streifendienst gemacht und war anschließend unter anderem Fachlehrer in der Eutiner Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung. Dann machte er den Aufstieg in den höheren Dienst.

Einen erneuten schnellen Wechsel schließt Rapp aus. Er werde auf jeden Fall drei Jahre in Elmshorn bleiben. Das sei auch der Wunsch seines Behördenleiters. „Es kann aber auch länger dauern“, sagt er. Sollte Rapp sogar vier Jahre bleiben, hätte er alle Bundesligatrainer des HSV übertroffen, zum Teil bei Weitem. Bis auf einen – Ernst Happel. Der blieb sogar sechs Jahre.

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erstellt am 21.Feb.2014 | 16:00 Uhr

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