Stadtmitarbeiter fahren günstiger

Der Elmshorner Bahnhof soll erst in den kommenden Jahren attraktiver werden. Schon jetzt aber macht Elmshorns  Klimaschutzmanager  Markus Pietrucha das Bahnfahren  für die  Mitarbeiter der Stadt   verlockender.  cpe
Der Elmshorner Bahnhof soll erst in den kommenden Jahren attraktiver werden. Schon jetzt aber macht Elmshorns Klimaschutzmanager Markus Pietrucha das Bahnfahren für die Mitarbeiter der Stadt verlockender. cpe

Avatar_shz von
08. Januar 2013, 01:14 Uhr

Elmshorn | Eine gute Sache für den Umweltschutz, ein attraktives Angebot für die gut 400 Mitarbeiter der Stadt Elmshorn: Die Verwaltung führt das sogenannte Job ticket des öffentlichen Nahverkehrs ein.

Worum geht es? Elmshorns Klimaschutzmanager und Bürgermeisterin Brigitte Fronzek stellten das Modell jetzt der Öffentlichkeit vor. Die Stadt will mit den Job tickets einen weiteren Schritt zur Minderung des umweltschädlichen Kohlendioxidausstoßes in der Stadt vorankommen. Ziel ist es, mit einem attraktiven Angebot so viele städtische Mitarbeiter wie möglich zum Umsteigen vom Auto auf Busse und Bahnen zu bewegen.

Damit der Klimaschutz verlockend wird, hat sich die Stadt beim Hamburger Verkehrsverbund (HVV) als Großkunde angemeldet. Über die eigene Personalabteilung kann sie jetzt Jobtickets anbieten: Zeitfahrkarten im Abonnement, die mehr als 50 Prozent günstiger sind als die üblichen Abo-Fahrkarten. Für drei Ringe (Hamburg-Elmshorn) zahlt der Pendler nur noch 49,58 Euro im Monat. Allerdings: Die Stadt muss verpflichtend einen Anteil von 12,42 Euro pro Ticket und Monat dazubezahlen. Schon in den ersten Tagen haben sich - trotz des großen Anteils von Elmshornern in der Belegschaft - 32 Mitarbeiter für das Angebot entschieden. Damit steht schon jetzt fest, dass auch die etwa 200 Mitarbeiter der städtischen Stadtwerke sich ab sofort als Partner mit an dem Modell beteiligen können. Hierfür war eine Mindestzahl an Teilnehmern bei der Stadt erforderlich.

Für die Mitarbeiter, die außerhalb des HVV-Bereichs wohnen und zur Arbeit nach Elmshorn kommen, wurde die Stadt Großkunde mit dem Firmenabo im Schleswig-Holstein-Tarif.

Hier beträgt die Ersparnis für die Pendler weniger, aber mindestens sechs Prozent - der Nutzen für den Klimaschutz ist aber ebenso groß: Etwa eine Tonne Kohlendioxid pro Jahr spart zum Beispiel ein Rathaus-Pendler aus Glückstadt beim Umstieg vom Auto auf die Bahn ein - und etwa 622 Euro (Fixkosten und Abschreibung des Autos gar nicht eingerechnet). Beim Beispiel der kürzeren Strecke Pinneberg-Rathaus sind es etwa 0,85 Tonnen und fast 550 Euro pro Jahr. Übrigens: Eine Tonne Kohlendioxid kann eine normal gewachsene Eiche auch kompensieren, allerdings in etwa 80 Jahren.

In Elmshorn nimmt an dem Jobticket-Modell des HVV bislang nur noch die Firma Autoliv als einer der größten Arbeitgeber in der Stadt teil. Doch allgemein steigt die Nachfrage stetig. Was 1990 mit insgesamt nur 1400 Fahrgästen begann, ist zu einem Erfolgsmodell für den Klimaschutz im HVV-Bereich geworden, an dem sich mittlerweile 1201 Unternehmen beteiligen. "Das läuft immer besser. Da sind wir selbst überrascht", so HVV-Sprecher Rainer Vohl.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen