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Elmshorner Nachrichten

20. August 2017 | 03:02 Uhr

Elmshorn : Stadt will neues Kita-Konzept

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Neue Kindergärten in Elmshorn sollen künftig in Eigenregie der Stadt gebaut und von freien Trägern betrieben werden. Die Politik erhofft sich davon mehr Einfluss auf Betreuungszeiten.

Neue Kindergärten in Elmshorn sollen künftig möglichst in Eigenregie der Stadt gebaut und von freien Trägern betrieben werden. Für diesen Plan haben sich Elmshorns Politiker entschieden. Die bisherige Praxis, Trägern ihre Vorhaben nahezu komplett zu finanzieren und ihnen das Eigentum an der Einrichtung zuzusichern, solle möglichst nicht weiter verfolgt werden. „Wir sollen prüfen, ob ein Eigenbau und auch andere Finanzierungsformen bei Neubauten sinnvoll sind“, erklärt Stadtrat Volker Hatje den erhaltenen Prüfauftrag aus der Politik.

Der kommunale Fachausschuss Kinder, Jugend, Schule und Sport hat in seiner jüngsten Sitzung diesen Beschluss gefasst. Die Verwaltung soll demnach bei neuen Bauvorhaben mögliche Finanzierungsmodelle durchrechnen. „Wir werden zukünftig prüfen, ob es Sinn macht, den Betrieb von Kitas mit einem bezugsfertigen Bau auszuschreiben, schlüsselfertig zu übergeben, den Schuldendienst für Träger oder Investor zu übernehmen oder auch das bisherige Zuschussmodell zu verfolgen“, sagt Hatje. Jede neue Kita stehe deshalb auf dem Prüfstand. Welche von zahlreichen Lösungen zum Zuge kommt, hänge vom Einzelfall ab. Kitas auch in Eigenregie zu betreiben, sei aber nicht der Plan.

Ziel des Prüfungs-Auftrages ist, mehr Einfluss auf Art und Umfang des Betreuungsangebotes zu nehmen und andererseits die Ausgaben für eine Kita bilanziell abbilden zu können. Bisher bezuschussen Stadt und Kreis Vorhaben nach Prüfung nahezu mit 100 Prozent der Kosten. Lediglich kirchliche Träger mussten einen Eigenanteil in der Finanzierung von rund fünf Prozent nachweisen. Eine Deckelung der Bausumme war bisher nicht vorgesehen. Es gäbe zwar keinen Luxus, sondern nur zweckmäßige Bauten. Allerdings liefen bei Fragen, was notwendig oder wünschenswert sei, die Meinungen zwischen Träger und Stadt auseinander. Da möchten Politik und Verwaltung zukünftig eine Vereinheitlichung anstreben und somit Ausgaben sparen.

Der bisweilen hohe städtische Zuschuss tauchte bislang in der städtischen Vermögensübersicht (Bilanz) nicht auf, da die Träger später Eigentümer des Baus waren. Auch Sanierungsaufwendungen fielen in den Bereich der Stadt. Nun soll ein anderer Weg neben Einfluss auf das Tagesgeschäft auch das Eigenkapital der Stadt sichern. Neubauten von Kitas würden so über Jahre in der Bilanz auftauchen und nach und nach abgeschrieben werden.

Familie und Beruf zu vereinbaren, ist eine der dringendsten Fragen für viele Familien und die Stadtverwaltung. Vor allem die Ausweitung der Betreuungszeiten in den frühen Abend hinein brennt der Verwaltung unter den Nägeln. Wo bringe ich mein Kind hin, wenn ich selbst zur Arbeit muss? Auch und gerade dabei möchte die Stadt mehr Einfluss nehmen.

„Wenn wir Kitas in Eigenregie bauen, können wir bestimmen, welches Angebot der Partner vorhalten muss“, sagt Peter Hölzel (Grüne), Vorsitzender des zuständigen Fachausschusses. Sollte die Qualität einer in Eigenregie gebauten Kita vom Träger nicht erfüllt werden, könne, so Hölzel weiter, der Vertrag aufgekündigt werden und das Haus an einen anderen verpachtet werden.

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erstellt am 08.Okt.2013 | 16:00 Uhr

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