zur Navigation springen
Elmshorner Nachrichten

21. Oktober 2017 | 19:55 Uhr

Elmshorn : St.-Nikolai-Kantor offiziell im Amt

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Kristian Schneider feiert, gemeinsam mit 120 Besucher, seine Amtseinführung im Gemeindehaus.

shz.de von
erstellt am 26.Aug.2014 | 12:00 Uhr

Elmshorn | „Wo ist Papa“? Papa war unten, den Chor dirigieren. Als er dann nach oben auf die Orgelempore kam, zeigte ihm sein fast dreijähriger Sohn Gregor stolz das Buch, das er in den Händen hielt: „Guck’ mal, Papa, ein Gesangbuch!“

Aber Papa hatte keine Zeit zum Buch gucken, Kristian Schneider musste die Orgel im Gottesdienst spielen, dem Gottesdienst in St. Nikolai, bei dem er selbst feierlich in sein Amt eingeführt wurde.

Seine Familie war natürlich dabei: Ehefrau Mirjam Leupold und die Drillinge Gregor, Klara und Charlotte. Für die Kleinen war still sitzen keine ernsthafte Option, sie wuselten über die Orgelempore und führten die gute Akustik der Elmshorner Kirche St. Nikolai vor, indem sie ihr fröhliches Krähen durch den großen Raum schallen ließen. Gregor schaffte es während der Predigt sogar bis zur Orgel und begleitete die wohlgesetzten Worte von Pastorin Antje Eddelbüttel mit einem kräftigen Tuten.

„Es hat mich gefreut, dass sie das ordentlich aufgemischt haben“, kommentierte Rosemarie Lehmann beim Empfang nach dem Gottesdienst die ungewöhnlichen Einlagen: „Toll, ein Gottesdienst, in dem Leben war, in dem Kinder waren!“ Die sind unter den rund 3600 Gemeindemitgliedern der Gemeinde St. Nikolai sonst nicht so reichlich. Familien mit Kindern wohnen eher in Außenbezirken als in der Innenstadt. Was den neuen Kantor nicht davon abhält, einen Kinderchor zu planen.

Sein Amt übt Kristian Schneider schon seit fast einem Jahr aus, die offizielle Einführung fand allerdings erst am vergangenen Sonntag statt. „Jauchzet dem Herrn, alle Welt, dienet dem Herrn mit Freuden“, hatte er als Motto für den Gottesdienst ausgesucht.

Viel Musik gehörte natürlich dazu, von Schneider selbst auf der Orgel gespielt oder von den Kirchenchören unter seinem Dirigat gesungen. Pastorin Antje Eddelbüttel segnete ihn für seine neue Tätigkeit, anschließend ging es zu Sekt und Büfett ins Gemeindehaus.

Rund 120 Gäste kamen dorthin, um dem Kantor zu gratulieren. Die neue Arbeitsstelle in Elmshorn bedeutet für seine Familie eine Zusammenführung. Zwölf Jahre lang waren die Eheleute getrennt: Schneider arbeitete in Linz in Österreich, seine Frau Mirjam Leupold unterrichtete an der Elmshorner Bismarckschule. Jetzt haben sie sich ein Haus in Barmstedt gebaut.

Um sich den profilierten Kirchenmusiker Schneider leisten zu können, haben die Elmshorner viel Engagement bewiesen. Einen A-Kantor der höchsten Güteklasse darf sich die Gemeinde St. Nikolai nur leisten, wenn sie ihren Haushalt trotz der hohen Dotierung ausgleicht. Dafür wurden die Stellen des Küsters und des Hausmeisters gestrichen, die Aufgaben werden jetzt ehrenamtlich erledigt, erklärte Kirchenvorstand Rosemarie Lehmann am Rande des Empfangs.

Fünf Jahre lang ist Schneiders Stelle auf 75 Prozent einer vollen angelegt, dann soll sie auf 100 Prozent aufgestockt werden. Parallel dazu arbeitet er mit einer achtel Stelle als Kirchenkreiskantor, kümmert sich also im weiteren Umkreis um die Kirchenmusik in den Gemeinden.

Als „bescheiden, freundlich, immer gut gelaunt“ charakterisierte Lehmann ihren neuen Mitarbeiter. Sein Vorgänger Hartmut Deutsch hatte 33 Jahre lang große Fußstapfen hinterlassen, vor allem in der Chorarbeit habe er „Maßstäbe gesetzt“, betonte Friedenskirchen-Kantor Joachim Poelchau. Hartmut Deutschs Erbe sah Poelchau in guten Händen: Die Erwartungen an seinen Nachfolger seien „mehr als erfüllt“ worden.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen