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Sportförderung: Gucken viele Vereine in die Röhre?

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Hans W. Barzel hat durchgezählt. Die schlimmsten Befürchtungen des Vorsitzenden des Segler-Vereins Elmshorn haben sich jetzt bestätigt. „Wenn die Sportförderrichtlinie der Stadt so verabschiedet wird, dann werden nicht nur wir rausgekickt, sondern 49 Prozent der Elmshorner Vereine.“ Der 71-Jährige kann noch hoffen. Es ist noch nichts entschieden. Im Sportausschuss zogen die Grünen den Antrag zurück, der Barzel auf die Palme brachte.

Streit gibt es nur noch in einem einzigen Punkt, den Paragrafen 2. Doch der hat es in sich. Hier wird festgelegt, welcher Verein überhaupt berechtigt ist, einen Zuschuss zu erhalten. Die Grünen plädierten dafür, dass nur Vereine, die mindestens 20 Jugendliche bis 18 Jahren haben und zusätzlich noch einen Kinder- und Jugendanteil von 20 Prozent aufweisen, automatisch in den Genuss der Förderung kommen. „Uns geht es darum, dass die Beiträge für Kinder und Jugendliche niedrig bleiben“, argumentierte die Grünen-Chefin Silke Pahl. Vereine, die eine gute Jugendarbeit leisten, sollten geschützt und bevorzugt werden.

„Dann erhalten 16 von 33 Elmshorner Vereinen keine Förderung mehr“, kritisierte Barzel dieses Vorgehen. Seine Bedenken hatte er auch am Runden Tisch geäußert, an dem Vertreter der Vereine mitdiskutierten.

Barzel stand mit seiner Meinung nicht allein. Er hat sich hilfesuchend an den Kreissportverband und sogar an den Landessportverband gewandt. Dass in der Spörtförderrichlinie Ausnahmegenehmigungen ausdrücklich vorgesehen sind, reicht dem Segler nicht. „Ich weiß, wie das funktioniert. Wer die Kriterien nicht erfüllt, fällt durch.“

Stadtrat Dirk Moritz betonte, dass die neue Richtlinie für die Sportförderung die klare Zielsetzung habe, die Jugendarbeit in den Vereinen zu fördern. Doch Moritz kann sich vorstellen bei den Kriterien nachzubessern. „Mindestens 20 Mitglieder bis 26 Jahre wäre ein gangbarer Weg“, betonte der Stadtrat. Dann würden mehr Vereine von der Förderung durch die Stadt Elmshorn profitieren.

Die Kehrseite der Medaille: Der Zuschuss der Stadt ist auf 130  000 Euro im Jahr begrenzt. Je mehr Vereine eine Förderung erhalten, desto kleiner wird der Anteil für den Einzelnen. Die Stadt wird jetzt noch einmal für die diskutierten Altersvorgaben die Konsequenzen für die Vereine aufzeigen. Dann muss die Politik entscheiden – allerdings erst im Jahr 2017.

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erstellt am 06.Dez.2016 | 16:48 Uhr

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