Spielstraße auf Zeit?

Freuen sich über 500 Euro für die tägliche Arbeit: Brigitte Fronzek (l.) und Elke-Maria Lutz (2.v.l.) vom Kinderschutzbund. Susanne Drdack und Virpi Schulz (r.) haben das Geld bei ihrer Konzertaktion gesammelt.
Freuen sich über 500 Euro für die tägliche Arbeit: Brigitte Fronzek (l.) und Elke-Maria Lutz (2.v.l.) vom Kinderschutzbund. Susanne Drdack und Virpi Schulz (r.) haben das Geld bei ihrer Konzertaktion gesammelt.

Kinderschutzbund will die Jürgenstraße einmal im Monat autofrei / 500 Euro Spende von Elmshorner Musikern

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27. April 2018, 15:01 Uhr

Mitten auf der Straße nach Herzenslust spielen, ohne auf Autos achten zu müssen – das ist wohl der Traum vieler Kinder und Eltern. Wahr machen möchte ihn jetzt der Elmshorner Kinderschutzbund – zumindest einmal im Monat, von März bis Oktober. In Bremen, Frankfurt, London und anderen Städten gibt es solche temporären Spielstraßen schon lange, erklärt Elke-Maria Lutz, Vorsitzende des Kinderschutzbunds. „Dafür wird für einige Stunden ein Straßenabschnitt gesperrt und der Autoverkehr ausgeschlossen, damit Kinder sicher und unbeschwert auf der Straße spielen können.“

Der Kinderschutzbund findet, dass es Zeit wird, eine temporäre Spielstraße auch in Elmshorn einzurichten – und zwar direkt vor der eigenen Tür, in der Jürgenstraße. Geht es nach dem Verein, wird die Spielstraße von März bis Oktober jeweils am ersten Dienstag des Monats von 14 bis 18 Uhr eingerichtet. Lutz: „Der Ort ist deshalb so gut, weil wir dann gleichzeitig die Betreuungs- und Beratungsangebote in unseren Räumen durchführen können.“ Die Stadt und ihre Straßen gehörten auch den Kindern. Auf diese Weise bekäme die Straße ihre Bedeutung als Lebensraum zurück.

Die Organisation will der Kinderschutzbund selbst übernehmen. Es soll ein erlebnis- und abwechslungsgreiches Programm geben, verspricht Lutz, auch die Mobile Spielplatzbetreuung will mit seinem Straßenspielzeug vor Ort sein. Lutz: „Wir haben viele Zusagen von Vereinen und Organisationen, die sich an der temporären Spielstraße beteiligen wollen. Die Kinder werden wieder glücklich sein und zwischen den Erwachsenen gibt es schöne Begegnungen.“

Dreimal gab es in der Jürgenstraße schon eine solche temporäre Spielstraße, unter anderem für die Sommerfeste des Vereins und für die Eröffnung des Ferienprogramms. Laut Lutz „immer mit gutem Erfolg und großer Akzeptanz bei den Anwohnern. Wir hatten Kinder aus ganz Elmshorn bei uns vor der Tür und der Tag blieb als Freizeit-Höhepunkt in Erinnerung.“ Die Anwohner hatte der Kinderschutzbund im Vorfeld informiert. Lutz hofft jetzt auf eine schnelle Genehmigung durch die Stadt.

Bei Petra Langefeld, Leiterin des städtischen Flächenmanagements, liegt der Antrag des Kinderschutzbunds derzeit zur Prüfung vor. „Wir setzen uns derzeit damit auseinander, deshalb kann ich noch nichts genaues dazu sagen.“ Weil sich die Jürgenstraße in unmittelbarer Bahnhofsnähe befindet, habe die Sperrung weitreichende Folgen. Langefeld: „Wir müssen umfänglich alle Interessen prüfen.“

Unterstützung hat der Kinderschutzbund jetzt aus der Kulturszene bekommen. Sänger und Sängerinnen des Chores „Ensemble Elmshorn“ um Chorleiterin Susanne Drdack und das Akkordeontrio Handregal haben ihr erstes Rummelpott-Salon-Konzert im Friseursalon von Virpi Schulz in Horst gegeben. Rund 40 Zuhörer waren begeistert. „Die Stimmung war toll. Eine prima Idee“, sagte Brigitte Fronzek, stellvertretende Vorsitzende des Elmshorner Kinderschutzbunds. Den Erlös des Konzertes, 500 Euro, überreichten Susanne Drdack und Virpi Schulz dem Kinderschutzbund in der EN-Redaktion.



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