Kiebitzreihe : Spielplatz weicht Bebauung

Zahlreiche Kiebitzreiher kamen zur Einwohnerversammlung und wollten sich über das Projekt „Umsorgt wohnen und leben in Kiebitzreihe“ informieren.
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Zahlreiche Kiebitzreiher kamen zur Einwohnerversammlung und wollten sich über das Projekt „Umsorgt wohnen und leben in Kiebitzreihe“ informieren.

Kiebitzreihe plant ein Wohnprojekt für Senioren am Koppeldamm. Anwohner äußern Bedenken.

shz.de von
12. Juni 2014, 12:00 Uhr

Kiebitzreihe | Die Gemeinde Kiebitzreihe möchte auf dem bisherigen Spielplatzgelände am Koppeldamm eine Wohnanlage für Senioren und Demenzerkrankte erstellen lassen. Rund 45 Zuhörer kamen zu einer Einwohnerversammlung in den Gemeinderaum, um die Informationen zur Planung von Bürgermeisterin Frauke Biehl und den beteiligten Planern und Architekten zu hören und zu sehen.

Nach den Vorstellungen der Planer sollen auf dem rund 4000 Quadratmeter großen Grundstück 23 servicekompatible Eigentumswohnungen in zweigeschossiger Bauweise für selbstbestimmtes Wohnen mit der Möglichkeit der Inanspruchnahme von Pflegeleistungen sowie eine Hausgemeinschaft mit zwölf Appartements für Demenzerkrankte entstehen. „Wir wollen die Wohnungen so einrichten, dass die Bewohner bei Bedarf bis hin zur Pflegestufe drei 24 Stunden lang betreut werden können“, erklärte Projektkoordinator Carl Ewoldsen, der die Realisierung gemeinsam mit dem Architekten Frank Rudolph vom Architektenbüro Wieczorek aus Hattstedt plant.

Die Wohnungen in der Größe von 40 bis 65 Quadratmetern sind als Ein- bis Zwei-Personen-Haushalte ausgelegt und sollen in erster Linie für Kiebitzreiher Bürger, die weiterhin selbstständig in der Gemeinde leben wollen, angeboten werden. „Wir haben hier in Kiebitzreihe schon viele Anfragen in diese Richtung gehabt und können bislang nichts Derartiges anbieten“, so Bürgermeisterin Frauke Biehl. Das Projekt sei ein richtiger und wichtiger Schritt, um die Lebensqualität der älteren Mitbürger in der Gemeinde zu gewährleisten.

Die Gemeinde selbst wird dabei nicht als Bauherr auftreten. Sie verkauft das Grundstück lediglich an einen geeigneten Investor und macht durch die notwendigen Änderungen im Bebauungs- und Flächennutzungsplan den Weg für das Projekt frei. Auf der Fläche und im Gebäude sind weiterhin ein Nachbarschaftstreff/Wohncafé, ein Mehrgenerationen-Spielplatz, 30 Stellplätze für Autos und ein geschützter Hofbereich angedacht. Der vorhandene Wall und einige Bäume müssen allerdings weichen.

Die Planungen für den Bau stießen nicht auf ungeteilte Zustimmung. Besonders die Anwohner des Koppeldamms zeigten starke Bedenken. Sie monierten, dass die zweigeschossige Bauweise nicht in das bisherige Dorfbild passe. Erhebliche Sorgen machten sie sich auch um die entstehende Verkehrssituation. Schon jetzt sei der Koppeldamm durch die Besucher der dort ansässigen Schwimmschule oftmals durch parkende Fahrzeuge ausgelastet. „Darüber haben wir uns auch schon Gedanken gemacht“, meinte Frauke Biehl. Sie sah eine Möglichkeit darin, die Situation zu verbessern, indem eine bisher als Grünstreifen ausgewiesene Fläche am Wendehammer des Koppeldamms in Stellflächen für Autos umgewandelt wird.

Der ehemalige SPD-Gemeindevertreter Werner Brunhorn schlug vor, im Zusammenhang mit dem Bau des Projektes auch darüber nachzudenken, den gegenüberliegenden Bauhof in das Gewerbegebiet am Sandkamp umzusiedeln. „Dann hätte man am Koppeldamm doch wesentlich mehr planerische Möglichkeiten“, so seine Aussage. Bürgermeisterin Biehl sah dies als einen derzeit zu großen Kraftakt an und bezeichnete es als eher langfristige Planung, in die man einsteigen könnte.

Auf die Frage hin, ob es einen Ausgleich für die bisherige Spielplatzfläche geben werde, meinte CDU-Gemeindevertreter Jens Wagner, dass man auf der Suche sei. „Wir sehen eventuell eine Möglichkeit, einen Bolzplatz im oder am Bereich des Sportgeländes zu schaffen“, so Wagner.

Eine weitere Informationsveranstaltung zum Projekt soll es in wenigen Wochen geben. „Dann werden wir auch die Fragen zu Wohnungsgrößen und Einrichtungen, zum Pflege- und Betreuungsangebot, Eigentums- oder wenn gewünscht auch Mietwohnungsangeboten detailliert beantworten“, sagte Ewoldsen.

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