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Elmshorn : Spezielle Klasse an der Anne-Frank-Schule soll Migranten integrieren

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

So macht Deutsch lernen Spaß - Schüler übernehmen Patenschaften für ausländische Kinder.

shz.de von
erstellt am 09.Apr.2015 | 16:00 Uhr

Elmshorn | „DaZ“ steht für Deutsch als Zweitsprache. In einer DaZ-Klasse werden Kinder unterrichtet, deren Muttersprache nicht Deutsch ist und die erst noch Deutsch lernen müssen. Auch an der Anne-Frank-Schule gibt es jetzt eine solche Klasse. „Es kommen immer mehr Ausländer nach Deutschland, ob nun Zuwanderer oder Flüchtlinge“, sagt Maren Schramm, Schulleiterin der Anne-Frank-Schule. „Daher wurde es auch bei uns notwendig, eine DaZ-Klasse einzurichten, um die Schüler zu integrieren.“ Elf Schüler gehen bisher in die DaZ-Klasse. Sie kommen aus Rumänien, Bulgarien, der Ukraine, Spanien, Polen der Türkei oder Syrien.

Seit Anfang März werden die Kinder zwischen elf und 15 Jahren unterrichtet. „Das kam sehr kurzfristig“, sagt Schramm. Zusammen mit den Schülersprechern entwickelte die Schule Ideen, wie die DaZ-Klasse am besten umgesetzt werden könnte. „Wir haben erst einmal geguckt, wer an unserer Schule welche Sprache spricht“, sagt Büsra Karamuk, Schülersprecherin. Sie sei überrascht gewesen, wie viele verschiedene Sprachen an ihrer Schule gesprochen werden, teilweise beherrschen Schüler sogar bis zu sechs Stück. „Danach haben wir ein Patensystem entwickelt. Es kümmert sich also immer ein Schüler, der Deutsch kann um einen aus der DaZ-Klasse und hilft ihm, Aufgaben zu verstehen.“ Es wird in kleinen Gruppen gearbeitet, so soll der Lernerfolg gesteigert werden. „Außerdem habe wir gemerkt, dass es sich besser bei Sport und Spaß lernen lässt“, sagt Karamuk weiter. „Deshalb haben wir zum Beispiel auch schon ein Sommerfest geplant.“

Die Kinder werden unterrichtet von Ösnur Baykal, einer Lehrerin mit türkischen Wurzeln, und Ilja Rosmann, einem russischen Lehrer. „Wir freuen uns, die beiden gewonnen zu haben, denn so können dann auch die Lehrer teilweise in der Muttersprache der Schüler helfen.“ Die DaZ-Klasse ist jeden Tag von der ersten bis zur fünften Stunde mit den Lehrkräften besetzt. Der Unterricht findet gemeinsam statt, aber auch individuell mit Wochenplänen.

Der Kinderschutzbund vermittelt

Die Klasse benötigt aber auch Material. Daher vermittelte der Kinderschutzbund zwischen der Anne-Frank-Schule und der Firma Veloflex. Daraufhin spendete das Unternehmen Schnellhefter, Ringbücher und Federtaschen. „Wenn Material fehlt, helfen wir sehr gerne“, sagt Monika Dormann, Geschäftsführerin von Veloflex. Und an Maren Schramm gerichtet: „Für die Zukunft können Sie uns auch gerne wieder ansprechen.“

Außerdem möchte die Anne-Frank-Schule „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ werden. Mit dem Prädikat zeichnet der Verein „Aktion Courage“ Schulen aus, die sich dazu verpflichten, Rassismus und Diskriminierung aktiv einzudämmen. Das kann zum Beispiel mit Aktionen, Projekten oder Initiativen geschehen. Mindestens einmal pro Jahr muss es an der Schule so ein Projekt geben.

„Wir denken, dass wir dafür die richtige Schule sind“, sagt Büsra Karamuk. „Wir haben an unserer Schule so viele verschiedene Kulturen, hier ist richtig Multikulti. Und trotzdem verstehen sich alle gut, unsere Schüler sind da ganz offen.“ Maren Schramm stimmt dem zu: „Es ist toll, dass es trotz der vielen Unterschiede keinerlei Rassismus an unserer Schule gibt.“

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