Spezialchemie aus Brunsbüttel

Vor fünf Jahrzehnten begann die Erfolgsgeschichte der Condea, die  vor zehn Jahren von Sasol übernommen wurde.  Foto: ruff
Vor fünf Jahrzehnten begann die Erfolgsgeschichte der Condea, die vor zehn Jahren von Sasol übernommen wurde. Foto: ruff

Sasol-Werk seit 50 Jahren am Standort der Schleusenstadt / Produkte weltweit anerkannt

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01. April 2011, 08:23 Uhr

Brunsbüttel | Firmenjubiläum bei Sasol in Brunsbüttel: Vor 50 Jahren wurde durch den Vertragsabschluss zwischen der Deutschen Erdöl AG und der Continental Oil Co zur Gründung einer neuen Gesellschaft mit dem Namen Condea Petrochemie-Gesellschaft mbH der Grundstein zum Aufbau des Chemiewerkes in Brunsbüttel gelegt.

In den vergangenen fünf Jahrzehnten hat sich das Werk zu einem weltweit anerkannten Chemiestandort und attraktiven Arbeitgeber in der Region entwickelt. Die Produktion startete Ende 1964 mit der Inbetriebnahme einer Anlage zur Herstellung synthetischer Fettalkohole, die in der Produktion von Kosmetika, Wasch- und Reinigungsmitteln sowie Schmieröl- und Kunststoffadditiven Verwendung finden.

War das Werk zunächst nur für die Produktion von Fettalkoholen bei den Kunden bekannt und geschätzt, machte es sich bald auch als Hersteller anorganischer Spezialprodukte - den hochreinen Tonerden - einen Namen. Für das beim so genannten Zieglerprozess parallel zur Fettalkoholproduktion anfallende Aluminiumoxidhydrat konnte bis zum Ende der 1970er Jahre ein Markt mit guten Wachstumsperspektiven erschlossen werden. 1983 wurde ein von der Zieglerproduktion unabhängiger Herstellungsprozess für Tonerde entwickelt und erfolgreich in Betrieb genommen. Heute sind die Einsatzmöglichkeiten des Produktes Tonerde vielfältig, beispielsweise in der Herstellung von Raffinerie- und Chemiekatalysatoren, bei der Autoabgasreinigung, bei der Beschichtung von hochwertigem Fotodruckpapier oder zur Herstellung von Kunststoffadditiven. In den 1980er Jahren gesellte sich eine dritte Produktionslinie dazu: Als Reaktion auf die Auswirkung der Ölkrise nahm die Native Fettalkohol-Anlage (NFA) die Produktion auf, die natürliche Fettsäuren verarbeitet.

"Es ist uns über all die Jahre gelungen, flexibel und aktiv auf technische, ökologische, soziale und wirtschaftliche Entwicklungen zu reagieren sowie in weltweiten Wirtschaftskrisen und einem intensiven Wettbewerb erfolgreich zu bestehen", betont Werkleiter Dr. Kay Luttmann. Er setzt auch zukünftig auf die kontinuierliche Weiterentwicklung des Werkes und auf die gute Zusammenarbeit mit den Nachbarn und den Ansprechpartnern aus Wirtschaft und Politik in der Region. "Wir sind seit 50 Jahren eng mit Dithmarschen und der Stadt Brunsbüttel verbunden und wollen auch weiterhin eine aktive Rolle in der Region spielen - als Wirtschaftskraft, als verantwortungsvoller Nachbar und als Ausbildungsbetrieb für junge Menschen."

Ein Beleg für die Innovationskraft des Standortes ist die Mitte 2012 geplante Inbetriebnahme einer Anlage zur Herstellung von hochreinem Triethylaluminium (TEAL), das als Co-Katalysator zur Herstellung von Polymeren verwendet wird.

Im sozialen Bereich engagiert sich das Werk als Vorreiter in Sachen familienfreundlicher Personalpolitik für die Stärkung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie und wurde 2009 bereits zum zweiten Mal von der gemeinnützigen Hertie-Stiftung zertifiziert. Im Netzwerk "Lokales Bündnis für Familien in Brunsbüttel" arbeitet das Werk eng mit der Stadt und mit anderen Betrieben, Vereinen und Verbänden zusammen.

Und: Vor zehn Jahren übernahm der südafrikanische Energie- und Chemiekonzern Sasol das Unternehmen Condea, die Chemiesparte der RWE-Dea. Damit stärkte Sasol, das auf eine 60-jährige Geschichte zurückblickt, seine Position als Global Player und seine internationale Wettbewerbsfähigkeit.

Heute beschäftigt das Werk in Brunsbüttel rund 550 Mitarbeiter und gehört zur Sasol Olefins & Surfactants Gruppe, einem internationalen Chemieunternehmen innerhalb der Sasol-Gruppe.

"Wir blicken optimistisch in die Zukunft und freuen uns auf die kommenden Herausforderungen", so Luttmann. "Unser besonderer Dank gilt allen aktiven und ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sich tatkräftig für die Entwicklung unseres Werks eingesetzt haben."

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