Sperrmüll-Chaos in Elmshorn

Bis zu sieben Wochen warten Bürger auf die Abholung / Aufstellung eines Containers könnte Lösung sein

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24. Mai 2018, 17:16 Uhr

Möbel, die sich wochenlang an den Straßenecken türmen, stundenlanges Schlangestehen am Recyclinghof und Abholzeiten bis zu sieben Wochen – die Sperrmüllentsorgung ist ein Problem. Und zwar nicht nur in Elmshorn, sondern kreisweit. Das erklärte Bürgermeister Volker Hatje jetzt im Hauptausschuss, nachdem Monika Czemper (SPD) von ihrem ganz persönlichen Fall berichtet hatte. „Ich hatte vor sieben Wochen per Postkarte die Sperrmüll-Abholung angemeldet. Als ich nach vier Wochen nichts gehört hatte, rief ich bei der Gesellschaft für Abfallwirtschaft (GAB) an“, erklärte Czemper. Dort habe man ihr mitgeteilt, die GAB sei mit der Abfuhr des Sperrmülls überfordert. Erst sieben Wochen nach der Anmeldung fand die Abholung statt. Andere Politiker berichteten von ähnlichen Problemen.

Auf ihrer Internetseite informiert die GAB darüber, dass die Sperrmüllabholung viermal im Jahr kostenlos angeboten wird. Eine Alternative sei die Selbstanlieferung beim Recyclinghof in Tornesch. „Aber dort bilden sich an den Wochenenden Staus. Wer das einmal gemacht hat, kommt nie wieder“, sagt Hatje. Die Folge: Sperrmüllhaufen überall in der Stadt.

Herbert Schultze von der GAB kann sich die lange Wartezeit nicht erklären. Die Tourenplanung sei so ausgelegt, dass die Entsorgung innerhalb von vier Wochen nach Karteneingang gewährleistet sei. Ganz sicher gebe es aber Änderungen im Umgang mit Abfällen und den Erwartungen an eine schnelle Entsorgung. „Beim Neukauf werden die Gegenstände über Nacht geliefert, die Entsorgung der alten Couch dauert aber bis zu vier Wochen.“ Insgesamt seien die Sperrmüllmengen nicht dramatisch gestiegen, die Anzahl der Entsorgungsaufträge steige allerdings.

Die GAB arbeitet an einer Lösung im Rahmen der Diskussion „Null-Toleranz für wilden Müll“. Eine Idee: Monatlich die Aufstellung eines Sperrmüll-Containers in den Städten, um den Recyclinghof zu entlasten. Konkrete Umsetzungpläne gibt es nicht, denn die Voraussetzung wären geeignete Flächen. Auch Hatje sagt: „Einen Standort können wir bislang nicht anbieten.“

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