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Wünsche treffen auf Wirklichkeit : SPD-Stadtgespräch zur Verbesserung des ÖPNV

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Busverkehr in Elmshorn: Fahrgast-Initiative hat 2200 Unterschriften gesammelt.

Elmshorn | Wünschenswert wäre viel – jetzt stellt sich die Frage, was die Stadt sich leisten kann und will. So lautete der Tenor bei dem SPD-Stadtgespräch zum Thema Busverkehr in Elmshorn. Angeleiert hatte das Thema im Frühjahr der Elmshorner Sören Vollertsen mit seiner Fahrgastinitiative für mehr und größere Busse. Er und seine mittlerweile beachtliche Anzahl an Mitstreitern stößt sich vor allem an den überfüllten und verspäteten Bussen auf den Linien 6501 und 6502. „Frauen mit Kinderwagen und ältere Menschen mit Rollatoren werden sogar an den Haltestellen stehen gelassen“, erklärt Vollertsen.

Seine Initiative fordert auf den Linien 6501 und 6502 die Ausweitung des 15-Minuten-Taktes und den Einsatz von Bussen mit größeren Stellflächen für Rollatoren und Kinderwagen. In den vergangenen Wochen haben die Mitglieder der Initiative über 2  200 Unterschriften zu diesem Thema gesammelt und mit zahlreichen Fahrgästen Gespräche geführt und dabei festgestellt: Im Elmshorner Nahverkehr gibt es noch viele Probleme mehr. Zum Beispiel kritisieren viele, dass die Fahrzeiten zu spät beginnen und zu früh enden, um den Bedürfnissen der Pendler gerecht zu werden. Deshalb hat die Initiative die Forderung nach früheren Betriebsbeginn und einem späteren Betriebsende aufgenommen.

Anderen – auch im Plenum des Stadtgesprächs – geht die Linienführung nicht weit genug. Eine Anwohnerin der Wilhelmstraße beklagte, bevor man einen 15-minütigen Takt in der Innenstadt anstrebe, solle man zunächst den Busverkehr in den Randlagen verbessern. Dort führen die Busse teilweise nur einmal stündlich. „Das ist nicht gerecht, schließlich zahlen wir alle Steuern.“

Auf die besonderen Bedürfnisse der älteren Menschen ging Ursula Kleinert vom Seniorenrat ein. Unter anderem ließen die Busfahrer beim Halten oft Lücken zum Kantstein, was Menschen mit Rollatoren das Einsteigen erschwere. Natürlich könnten die Busfahrer auch die Rampen ausfahren – „aber dafür ist oft keine Zeit“ – was für Sören Vollertsen wieder das Stichwort gab, um auf die zu geringe Taktung der Busse hinzuweisen: „95 Prozent dessen, was uns zu Ohren gekommen ist, würde durch die 15-Minuten-Taktung verbessert werden. Denn dadurch wären die Busfahrer entspannter und hätten Zeit, um älteren Menschen zu helfen oder Streit zu schlichten.“

Der Kreis hat Aufgaben

Aber was ist von all diesen Punkten überhaupt umsetzbar? Hier saß Claudius Mozer, Nahverkehrsbeauftragter des Kreises, als Fachmann auf dem Podium. Auch wenn die Stadt Elmshorn den Busverkehr bezahlt, ist der Kreis für die Vergabe zuständig. Mozer gab einen Ausblick über Veränderungen im öffentlichen Nahverkehr, die sich der Kreis gut vorstellen könnte. So sei der Betriebsbeginn um halb vier oder halb fünf Uhr morgens bereits überall im Umkreis „state of the art“ – Elmshorn hänge mit seinem Start um sechs Uhr hinterher. Denn um diese Zeit müssen viele Pendler bereits in Hamburg sein. Das gleiche gilt für den Spätverkehr. Arbeitnehmer kehren oft erst gegen Mitternacht zurück. Der Busverkehr endet aber bereits eine halbe Stunde früher.

Andere Themen sind die Ausstattung der Busse mit Klimaanlagen, die Modernisierung von Haltestellen und die bessere Überplanung des Liniennetzes. Bereits gesetzt im gesamten HVV-Netz ist die Einführung von Echtzeitinformationen im Internet, die damit auch auf dem Smartphone abrufbar wären. „Das können auch die Busfahrer abrufen und damit den Anschluss an andere Linien und die Bahn gewährleisten.“

Im Vergleich zu der von der Initiative gewünschten verbesserten Taktung wären diese Änderungen relativ kostengünstig umzusetzen. Mozer: „Die Taktung anzupassen ist immer am teuersten, denn dafür braucht man zusätzliche Fahrzeuge und da stößt man schnell in die 100.000er vor.“ Letztlich sei es aber die Entscheidung der Politik wieviel sie sich leisten könne und wolle.

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erstellt am 27.Jun.2016 | 16:48 Uhr

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