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Elmshorner Nachrichten

21. Oktober 2017 | 03:38 Uhr

Elmshorn : SPD Konferenz gegen Vandalismus

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Menschen aus dem Stadtteil sollen sich zum Problem des Vandalismus an der Schule und zur Sperrung des Hofes äußern.

shz.de von
erstellt am 15.Mär.2016 | 12:00 Uhr

Elmshorn | Das Problem des Vandalismus an der Boje-C.-Steffen-Gemeinschaftsschule lässt sich mit einer Zahl ausdrücken: 184. So viele Hausmeisterstunden mussten im vergangenen Jahr aufgewendet werden, um den Schulhof wieder in Ordnung zu bringen. „Zwischendurch mussten wir vom Betriebshof eine Kehrmaschine anfordern, weil die Hausmeister allein das vor Schulbeginn nicht leisten konnten“, sagte Volker Pohlmann.

Der Schulleiter der Gemeinschaftsschule stellte vor dem Ausschuss für Kinder, Jugend, Schule und Sport die Situation an seiner Schule dar. „Im Moment sehe ich keine andere Möglichkeit, als den Schulhof zu schließen“, sagte Pohlmann. Er plädierte dafür, einen Zaun um das Gelände ziehen zu lassen. Der Ausschuss hingegen lehnte einen Zaun ab, konnte sich aber auf die Sperrung des Schulhofes ab 20 Uhr einigen. Auch das angeschlossene Kleinspielfeld darf künftig nur noch bis 22 Uhr betreten werden. Darauf soll mit Schildern hingewiesen werden.

„Je höher der Zaun wird, desto mehr sieht es nach Hochsicherheitsgefängnis aus“, gab Charlot Meyer vom Kinder- und Jugendbeirat zu bedenken. Ihrer Meinung pflichtete Ausschussvorsitzende Silke Pahl (Bündnis 90/Die Grünen) bei. Ein Zaun würde vor allem die friedlichen Nutzer abhalten. Für Menschen, die Vandalismus betreiben wollen, würde ein Zaun hingegen kein großes Hindernis darstellen, führte Pahl aus.

Schulleiter Pohlmann zählte eine lange Liste von Beschädigungen der letzten Jahre auf. Demolierte Sitzmöbel, Brände und Einbrüche werden genannt, ein häufiges Problem seien auch Glasscherben auf dem Schulhof: „Lange Zeit war es ein Sport, mit Flaschen auf Fenster und das Dach zu werfen“, so der Schulleiter.

Auf dem Schulhof lässt sich auch außerhalb der Schulzeit gut spielen. Doch immer wieder randalieren dort Jugendliche.
Auf dem Schulhof lässt sich auch außerhalb der Schulzeit gut spielen. Doch immer wieder randalieren dort Jugendliche. Foto: Lottmann
 

Mit Torsten Büttner meldete sich vor dem Ausschuss ein weiterer Betroffener zu Wort: „Seitens der Eltern sehen wir eine latente Gefährdung für unsere Kinder“, sagte der Vorsitzende des Elternbeirats an der Boje-C.-Steffen-Gemeinschaftsschule.

Leicht hat es sich der Ausschuss bei seiner Entscheidung nicht gemacht. Vor allem das Für und Wider einer Umzäunung wurde lange diskutiert. Über andere Lösungen, wie eine Erhöhung des Streetworkereinsatzes, wie es der Kinder- und Jugendbeirat vorschlug, wurde dagegen kaum beraten.

Die Entscheidung zu einer Sperrung des Schulhofes fiel vor allem aufgrund rechtlicher Feinheiten. Bisher war der Aufenthalt grundsätzlich gestattet, da der Schulhof als öffentlicher Platz gilt. Der Polizei lässt dies jedoch keine Handhabe, mutmaßlich pöbelnde Jugendliche und junge Erwachsene des Platzes zu verweisen. „Es geht darum, der Polizei ein Werkzeug an die Hand zu geben, womit die Staatsmacht eingreifen darf“, so Stadtrat Dirk Moritz (parteilos).

 

Dass eine Schließung des Hofes möglicherweise zu unangenehmen Konsequenzen führen könnte, gaben mehrere Ausschussmitglieder zu bedenken: „Man löst das Problem nicht, man verlagert es nur“, sagte Anna Rathmann (SPD) und erklärt, dass „auch junge Erwachsene einen Platz haben müssen, wo sie sich treffen können.“ Darum ist auch nach der Ausschusssitzung die Diskussion um den demolierten Schulhof noch nicht zu Ende. So setzte sich die SPD-Fraktion mit ihrem Vorschlag durch, eine Stadtteilkonferenz ins Leben zu rufen. Hier sollen Anwohner der betroffenen Gebiete ihre Sicht zum Vandalismus an der Schule und zur Sperrung des Hofes beitragen können.

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