Elmshorn : SPD fordert Brücken-Neubau

Die im Februar 2005 eingeweihte Holzbrücke über den Gerlingweg muss bereits mit neuen Stützpfeilern (rechts im Bild) vor dem Einsturz gesichert werden. Die Politiker müssen jetzt entscheiden, ob die Konstruktion abgerissen oder saniert wird.
Die im Februar 2005 eingeweihte Holzbrücke über den Gerlingweg muss bereits mit neuen Stützpfeilern (rechts im Bild) vor dem Einsturz gesichert werden. Die Politiker müssen jetzt entscheiden, ob die Konstruktion abgerissen oder saniert wird.

Gerlingweg: Am Montag fällt Entscheidung über Zukunft des Bauwerks. Die Sozialdemokraten favorisieren Stahlverbundbrücke

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27. Juni 2014, 16:00 Uhr

Neun Jahre. Eigentlich ist das noch kein Alter für eine Brücke. Doch für die Kleintierbrücke über den Gerlingweg könnte die Zeit nun bald abgelaufen sein – und das, obwohl sie erst im Jahr 2005 gebaut wurde. Die Holzbrücke ist marode, muss bereits mit zusätzlichen Pfeilern vor dem Einsturz geschützt werden. Am kommenden Montag, 30. Juni, tagt der Ausschuss für kommunale Dienstleister ab 18 Uhr im Mehrzwecksaal des Rathauses. Dann geht es unter anderem auch um die Zukunft des Überweges.

Für den Bau hatten sich von 2003 an die Interessengemeinschaft Pro Gerlingweg, der Naturschutzbund (Nabu) Elmshorn und das Technische Hilfswerk (THW) stark gemacht. Sie bauten ehrenamtlich die Brücke auf, die mit Hilfe von Spendern finanziert worden war. Bei dem damals 105 700 Euro teuren Bau handelt es sich laut des Amtes für Flächenmanagement um eine Konstruktion aus nicht druckimprägniertem Schicht-Nadelholz ohne konstruktiven Holzschutz. Und: Geld für die Pflege ist die vergangenen Jahre über von der Politik nicht bereitgestellt worden. Die Quittung: Die Stützpfeiler der Brücke drohen an einer Seite einzubrechen. Mit Hilfe von mobilen Trägern ist das Bauwerk aber vorerst gesichert worden.

Die Kleintierbrücke ist eine von 30 Brücken und Unterführungen in Elmshorn. Außer ihr ist in der Krückaustadt noch eine weitere gesperrt: die Brücke im Stadtpark.

Vor der Entscheidung am Montag hat sich mit der SPD bereits die stärkste Fraktion in Elmshorn klar positioniert. Sie fordert einen Ersatzbau der Kleintierbrücke. Für eine Instandsetzung der Brücke stünden laut Haushaltsplan 77 000 Euro zur Verfügung. Diese Summe wird nach Einschätzung der SPD nicht ausreichen. Am Montag soll daher im Ausschuss nach Vorlage der aktualisierten Kostenschätzung entschieden werden, ob die Brücke tatsächlich saniert oder doch abgerissen wird. „Wir wollen den Grünzug an dieser Stelle erhalten. Allerdings halten wir eine Sanierung der bestehenden Holzbrücke für unwirtschaftlich. Das Risiko, dass die Sanierung noch aufwendiger wird als auf den ersten Blick erkennbar, ist groß. Deswegen sprechen wir uns für den Abriss der bestehenden Holzbrücke und Ersatz durch eine Stahlverbundbrücke aus“, teilte Hans-Joachim Seiffert, der zuständige Sprecher der SPD-Fraktion, gestern in einer Pressemitteilung mit.

Für den Abriss und den Neubau kalkuliert die Verwaltung derzeit mit Kosten von zusammen 270 000 Euro, eine Sanierung wird mindestens 122 000 Euro kosten. Für die provisorische Sicherung gibt die Stadt derzeit etwa 900 Euro im Monat aus. „Nach einer Sanierung müssten für den Unterhalt der Holzbrücke jährlich etwa 10 000 Euro bereitgestellt werden, eine Stahlverbundbrücke wird den städtischen Haushalt nur mit 2000 Euro belasten. Bei der Holzbrücke wäre außerdem alle drei Jahre ein Anstrich nötig“, betont Seiffert. „Wir wollen eine dauerhafte Lösung, damit wir nicht in zehn Jahren erneut über eine weitere Instandsetzung der Gerlingwegbrücke reden müssen“, erklärt Dörte Köhne-Seiffert, stellvertretende Fraktionsvorsitzende.

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